BVMed-Herbstumfrage: 62 Prozent der Unternehmen bevorzugen FDA-System gegenüber der EU-MDR

Die BVMed-Herbstumfrage 2026 zeigt eine leicht verbesserte Stimmung in der MedTech-Branche, doch steigende Kosten für Bürokratie, Personal und Logistik belasten die Gewinne erheblich…

8. Oktober 2026
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Die 120 befragten BVMed-Mitgliedsunternehmen rechnen 2026 mit einem Umsatzanstieg von 3,9 Prozent. Gleichzeitig erwarten 45 Prozent eine Verschlechterung ihrer Gewinnsituation. Hauptkostentreiber sind bürokratischer Aufwand (63 Prozent), Personalkosten (60 Prozent) und Logistik- und Transportkosten (58 Prozent). 55 Prozent nennen GKV-Sparmaßnahmen, 52 Prozent den Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften und Klinikketten. BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll betonte, die Auswirkungen des GKV-Spargesetzes seien darin noch nicht abgebildet.

Die Investitionen am Standort stagnieren. 27 Prozent verlagern Investitionen ins Ausland. In Forschung und Entwicklung investieren die befragten Unternehmen durchschnittlich 9,2 Prozent ihres Umsatzes, über dem Branchenschnitt von 8 Prozent. 33 Prozent wollen ihre F&E-Ausgaben in den nächsten fünf Jahren steigern, 32 Prozent das Niveau halten. Ein Drittel der Mittel fließt jedoch in MDR-Anforderungen, nur knapp ein Drittel in echte Neuentwicklungen.

62 Prozent bevorzugen inzwischen das FDA-System gegenüber der EU-MDR, nach 56 Prozent im Vorjahr. Nur 9 Prozent ziehen die MDR vor. 77 Prozent fordern weniger Bürokratie, dazu die Abschaffung der Fünf-Jahres-Rezertifizierung, Fast-Track-Verfahren und berechenbare Kosten. Zusätzlich belasten umweltrechtliche Regelungen und Nachhaltigkeitsberichtspflichten die Unternehmen.

Die Branche bleibt Jobmotor: 37 Prozent erhöhen die Beschäftigtenzahl, 38 Prozent halten sie stabil. 82 Prozent bewerten die Berufsaussichten als gut oder besser. Über 80 Prozent der suchenden Unternehmen haben jedoch Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen. Die Unternehmen erwarten von der Politik eine zügige MDR-Revision, schnellere G-BA-Verfahren, bedarfsorientierte Krankenhausfinanzierung und eine Stärkung der Hilfsmittelversorgung. Der Innovationsklimaindex stieg auf 4,4 von 10 Punkten.

Quelle:
e-health-com.de

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