Caritas: Jede zweite konfessionelle Klinik in NRW bis 2030 in ihrer Existenz bedroht
Die Caritas warnt, dass durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz bis 2030 jede zweite konfessionelle Klinik in NRW in ihrer Existenz bedroht sein könnte…
- Politik
Die Caritas schlägt Alarm: Bis zum Jahr 2030 könnte jede zweite konfessionelle Klinik in Nordrhein-Westfalen in ihrer Existenz bedroht sein. Auslöser ist das vom Bundeskabinett am 29. April 2026 beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Das Gesetz soll die steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen bremsen und höhere Zusatzbeiträge für Versicherte vermeiden.
Im Bistum Münster betreiben 19 katholische Träger insgesamt 46 Krankenhäuser an 57 Standorten. Diese behandeln jährlich mehr als eine Million Menschen stationär und ambulant. Heute schließen katholische Kliniken im Bistum symbolisch ihre Haupteingänge, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Die Aktion stand unter dem Motto: „Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.”
Zentraler Kritikpunkt ist die Finanzierung der Personalkosten. Diözesancaritasdirektor Dominique Hopfenzitz bezeichnet die geplante Reform als widersprüchlich: Einerseits werden Krankenhäuser politisch zur Tarifbindung verpflichtet, andererseits werden die daraus entstehenden Lohnsteigerungen nicht vollständig in der Krankenhausfinanzierung abgebildet.
In einer von der Caritas NRW beauftragten Studie beziffern die Studienleiter Prof. Boris Augurzky und Henrik Bergschneider das Risiko: Mit der Reform könnte für 46 Prozent der Kliniken eine hohe Insolvenzgefahr bestehen, ohne Reform läge dieser Anteil bei 27 Prozent. Besonders betroffen wären kommunale und freigemeinnützige Häuser. Die Caritas befürchtet, dass Standortschließungen und Leistungsreduzierungen vor allem Patienten treffen, die auf eine wohnortnahe Versorgung angewiesen sind.
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