Case- und Caremanagement statt Parallelstrukturen: Emsland und Grafschaft Bentheim bauen „Connected Caring Communities“ auf
Zum 1. September haben die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim ein Modellvorhaben gestartet, das Pflege, Medizin und soziales Umfeld besser verzahnen soll…
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Niedersachsen erprobt seit dem 1. September 2026 in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim neue kommunale Versorgungsstrukturen für Pflegebedürftige. Grundlage ist § 123 SGB XI. Das Vorhaben trägt den Namen „Connected Caring Communities“ und soll professionelle Pflege, medizinische Versorgung und nachbarschaftliche Unterstützung stärker miteinander verzahnen.
Kern des Ansatzes ist ein individuelles Case- und Caremanagement. Feste Ansprechpersonen sollen bei komplexen Versorgungssituationen den Unterstützungsbedarf ermitteln und die benötigten Hilfen koordinieren. Parallelstrukturen und Informationslücken zwischen den Beteiligten sollen so abgebaut werden.
Darüber hinaus werden neue Ansätze zur Gesundheitsförderung, zur Stärkung des Ehrenamts und zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf erprobt. Eine spezielle Software soll Versorgungsangebote und Bedarfe erfassen und langfristig eine integrierte Pflege- und Sozialplanung ermöglichen. Sozialminister Andreas Philippi (SPD) beschreibt das Ziel als gemeinsames Kümmern von Fachkräften, Angehörigen und Nachbarschaft um Menschen, die Hilfe benötigen.
Das Vorhaben baut auf dem Modellprojekt „Regionales Pflegekompetenzzentrum“ (ReKo) auf, das 2019 in denselben Landkreisen startete und überwiegend positiv bewertet wurde. In der Region leben knapp 38.000 Pflegebedürftige, mehr als die Hälfte wird zu Hause allein durch Angehörige versorgt.
Das Land stellt jährlich gut zwei Millionen Euro bereit, Pflege- und Privatkassen steuern denselben Betrag bei. Die Förderung läuft bis Ende 2028, mit möglicher Verlängerung bis 2029. Eine wissenschaftliche Begleitung soll die Wirksamkeit prüfen. Bei Erfolg sollen die Strukturen in die Regelversorgung überführt werden.
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