CDU, SPD, Grüne und Linke fordern Strategie für Sachsens Geburtshilfe

Vor dem Hintergrund der geplanten Schließung in Kamenz fordern CDU, SPD, Grüne und Linke eine Gesamtstrategie für die Geburtshilfe in Sachsen, denn auch der Kreißsaal in Zschopau steht vor dem Aus…

30. Oktober 2026
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Vier Landtagsfraktionen wollen die Geburtshilfe in Sachsen vorausschauend planen, weil immer mehr Kreißsäle im ländlichen Raum wegfallen. In Kamenz schließt die Entbindungsstation zum Jahresende, in Zschopau ist der Kreißsaal bedroht. Laut Antrag sank die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstation seit 1991 von 54 auf 34.

Der Antrag baut auf früheren Anträgen von Grünen und Linken auf. Er sieht vor, noch 2026 eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Sie soll bis Ende März 2027 erste Ergebnisse vorlegen und bis Ende 2027 eine Strategie für die Geburtshilfe im Freistaat entwickeln. Der Antrag steht am 4. November auf der Tagesordnung.

Franziska Schubert, Fraktionschefin der Grünen, warnt, dass sich die Wege für Schwangere verlängern, wenn Geburtsstationen schließen. Sie hält eine wohnortnahe Geburtshilfe und die Betreuung durch Hebammen von der Schwangerschaft bis ins Wochenbett für unverzichtbar. Dafür sollen die Arbeitsbedingungen der Hebammen verbessert, ihre Expertise gestärkt und neue Versorgungsangebote ermöglicht werden.

Susanne Schaper, Fraktionsvorsitzende der Linken, will die Expertise des gesamten Personals um die Geburt nutzen und die Zusammenarbeit von Hebammen, Entbindungspflegern und Ärzten ausbauen. Auch der Rettungsdienst soll einbezogen werden. Ohne Alternativen dürfe Sachsen keine weiteren Kreißsäle verlieren. Schaper verweist zudem auf Fachkräftegewinnung und Fachkräftebindung, insbesondere Hebammen, die wieder in den Beruf einsteigen oder sich weiterqualifizieren wollen.

Laura Stellbrink, Sprecherin für Sozialpolitik der SPD-Fraktion, fordert langfristige Lösungen für eine verlässliche Versorgung. Geburtshilfe sei Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und ein wichtiger Standortfaktor für Familien in ganz Sachsen. Stellbrink will bestehende Strukturen stabilisieren, Versorgungslücken frühzeitig erkennen und die Menschen einbeziehen, die Verantwortung für Schwangere, Mütter und Neugeborene tragen.

Quelle:
aerzteblatt.de

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