Charité und Uniklinikum Essen entwickeln KI-Tool für schnellere Entscheidungen auf Intensivstationen

Die Charité und das Uniklinikum Essen entwickeln im Forschungsverbund REACT ein KI-gestütztes Entscheidungstool, das Intensivmediziner bei Antibiotikatherapie und Kreislaufüberwachung in Echtzeit unterstützen soll…

7. Oktober 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Der neue Forschungsverbund REACT will KI-gestützte Entscheidungshilfen für Intensivstationen entwickeln. Medizininformatiker und Kliniker der Charité Berlin arbeiten dafür mit dem Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (IKIM) des Uniklinikums Essen zusammen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben im Rahmen des Förderschwerpunkts Zukunft eHealth mit rund 2,8 Millionen Euro über drei Jahre.

Auf Intensivstationen fallen große Mengen an Behandlungsdaten an, darunter Vitalwerte, Laborbefunde, Arztbriefe und Medikamentenpläne. Bislang werden diese meist einzeln und anhand starrer Schwellenwerte ausgewertet. REACT soll strukturierte und unstrukturierte Daten gemeinsam erschließen und nach dem internationalen Standard FHIR aufbereiten. Datengrundlage ist eine der größten harmonisierten intensivmedizinischen Datensammlungen Europas mit rund 200.000 Intensivaufenthalten.

Konkret entstehen zwei Dashboards. Eines gleicht Antibiotikatherapien mit Leitlinien ab, das andere warnt frühzeitig vor drohender Kreislaufinstabilität. Die klinische Verantwortung bleibt bei den behandelnden Ärzten. Dr. Mirja Mittermaier, klinische Leiterin von REACT, will mit dem System relevante Warnsignale früher sichtbar machen und transparent zeigen, worauf die Einschätzung beruht.

Koordiniert wird der Juniorverbund von Dr. Elias Grünewald an der Charité. Nach einer klinischen Pilotphase sollen zentrale Komponenten als Open-Source-Software veröffentlicht werden.

Quelle:
charite.de

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