Chatbots prägen die Gesundheitsrecherche – Fachleute warnen vor Fehlurteilen
Immer mehr Menschen nutzen KI-Chatbots für Gesundheitsfragen. Befragungen zeigen hohe Zufriedenheit und Einfluss auf Arztbesuche. Fachleute warnen zugleich vor Fehlurteilen, fehlender Individualisierung und schwer prüfbaren Antworten…
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KI-Chatbots beeinflussen die Gesundheitsrecherche vieler Menschen bereits spürbar. Befragungen zeigen hohe Nutzungsraten, viel Vertrauen und konkrete Folgen für Arztbesuche. Fachleute warnen zugleich vor falschen Einschätzungen und fehlender individueller Einordnung.
Nach einer im Januar veröffentlichten Deloitte-Befragung nutzt knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland Chatbots für gesundheitliche Anliegen. Bei den 18- bis 34-Jährigen liegt der Anteil bei gut 70 %, bei Menschen über 65 Jahren bei gut 20 %. Mehr als 9 von 10 Nutzenden waren mit den Antworten zufrieden oder sehr zufrieden. Zwei Drittel gaben an, wegen einer KI-Einschätzung einen Besuch beim Arzt oder in der Notaufnahme initiiert oder einen Arztbesuch wieder abgesagt zu haben.
Eine Bitkom-Befragung aus September und Oktober 2025 kam zu ähnlichen Ergebnissen. 55 % der Befragten vertrauen den Antworten zu Symptomen und Gesundheitsthemen in der Regel. Etwa die Hälfte bewertet diese Antworten ähnlich hoch wie die Zweitmeinung einer Ärztin oder eines Arztes. 16 % gaben an, nach einem Chatbot-Gespräch ärztliche Empfehlungen nicht befolgt zu haben.
Fachleute nennen klare Risiken. Chatbots können halluzinieren, gesundheitliche Lagen zu dringlich einschätzen oder Notfälle nicht erkennen. Kerstin Denecke verweist auf die fehlende Individualisierung, weil KI-Tools die Person nicht kennen und selten ausreichend nachfragen. Felix Mühlensiepen sieht zugleich einen Nutzen, wenn Menschen Informationen eigenständig suchen und besser vorbereitet in Arzttermine gehen.
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