ChatGPT in der Medizin: Segen oder Fluch für Patient:innen?
Immer mehr Internetnutzer:innen wenden sich bei akuten Beschwerden an ChatGPT, statt Suchmaschinen zu nutzen. Mit Fotoanhang erhoffen sie sich eine präzisere Einschätzung. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und die Ärztekammer des Saarlandes sehen in dieser Praxis Chancen und Risiken.
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Positiv ist der erleichterte Zugang zu medizinischem Wissen, die Aufbereitung in unterschiedlichen Sprachniveaus und die kreative Verknüpfung von Informationen. Kritisch bleibt die Gefahr von Halluzinationen, also frei erfundenen Antworten, und falschen Diagnosen. Diese können Patient:innen verunsichern und zu Fehleinschätzungen führen. Ärzt:innen berichten, dass Betroffene mit durch KI erzeugten Krankheitsbildern in die Praxis kommen, die nicht mit dem tatsächlichen Befund übereinstimmen. Für eine erste Orientierung kann KI hilfreich sein, für Diagnose und Therapie bleibt ärztliche Expertise unverzichtbar. Langfristig wünschen sich Fachleute vertrauenswürdige KI-Angebote, deren Datennutzung transparent und kontrollierbar ist. Eine Studie des Max-Planck-Instituts belegt, dass Mensch-KI-Teams besonders präzise Diagnosen stellen. Der Grund: Beide Seiten machen unterschiedliche Fehler, die sich gegenseitig ausgleichen können. Damit könnte die Zukunft der Medizin in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Technologie und Fachpersonal liegen.
sr.de
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