CKM-Chefarzt aus Melle über Klinikdruck, KI und die Zukunft der Versorgung
CKM-Chefarzt Dirk Grothe beschreibt ein Gesundheitssystem unter wachsendem Druck. Kliniken behandeln mehr ambulant, erhalten teils weniger Geld für gleiche Leistungen und erwarten tiefgreifende Veränderungen im Versorgungsalltag…
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Dr. Dirk Grothe, Chefarzt am Christlichen Klinikum Melle, erwartet eine schnelle Veränderung der Krankenhausversorgung. Er sagt, deutsche Kliniken würden sich „amerikanischen Verhältnissen“ angleichen. Patienten blieben nach Eingriffen kürzer im Krankenhaus. Gleichzeitig gerieten Häuser wirtschaftlich stärker unter Druck. Als Beispiel nennt Grothe 100.000 Euro weniger Erlöse durch Hybrid-DRGs im Vergleich zum Vorjahr, obwohl die Leistungen gleich geblieben seien.
Grothe sagt, er verbringe etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit mit Patienten. Den anderen Teil füllen Visiten, Sprechstunden, Operationen, Neuaufnahmen und die Personalplanung. In der Regel gebe es drei bis fünf Neuaufnahmen pro Tag. Frust beschreibe er für sich persönlich nicht. Dem deutschen Gesundheitssystem stellt er aber eine klare Diagnose: „Es geht ihm schlecht.“
Bei Künstlicher Intelligenz sieht Grothe in der direkten Patientenversorgung bisher noch keine große Rolle. Er erwartet aber Fortschritte, etwa bei Antibiotika-Therapien, in der Endoprothetik und besonders in der Radiologie. Dort könne KI laut Studien Röntgenbilder der Lunge oder Mammographien fehlerfreier beurteilen als Menschen.
Geld spiele im Klinikalltag immer eine Rolle, sagt Grothe. Das gelte zum Beispiel bei der Auswahl von Implantaten. Zugleich beschreibt er die Entwicklung in Melle als positiv. Die Innere Medizin habe sich stabilisiert. Neue Strukturen in der Chirurgie hätten die Patientenzahlen verbessert.
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