Daimler und Benz Stiftung fördert Projekt zur KI-gestützten Wissenssicherung in der Pflege mit 1,5 Millionen Euro
Ein Forschungsverbund unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts IIS will Bewegungswissen erfahrener Pflegefachkräfte per Sensorik erfassen und auf humanoide Roboter übertragen, um es für die Ausbildung zu sichern…
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Das Statistische Bundesamt prognostiziert für 2049 einen Fehlbedarf von bis zu 690.000 Pflegefachkräften in Deutschland. Ein von der Daimler und Benz Stiftung mit 1,5 Millionen Euro gefördertes Forschungsprojekt setzt an einem bislang wenig beachteten Teilproblem an: dem drohenden Verlust von jahrzehntelang gewachsenem Erfahrungswissen.
Laut PD Dr. Heiko Gaßner vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS umfasst dieses Wissen zwei Dimensionen. Neben dem klassischen Berufswissen geht es vor allem um verkörpertes Bewegungswissen, das für die Mobilisation pflegebedürftiger Menschen zentral ist und sich in Lehrbüchern kaum abbilden lässt.
Der Forschungsverbund aus Fraunhofer-Institut IIS, Universitätsklinikum Erlangen, Universität Erlangen-Nürnberg, Frankfurt University of Applied Sciences sowie Partnern aus der Pflegebranche plant ein zweistufiges Vorgehen. Zunächst sollen körpernahe Sensornetzwerke reale Pflegehandlungen erfahrener Fachkräfte erfassen. Die gewonnenen Bewegungsdaten werden anschließend analysiert und auf humanoide Roboter übertragen.
Diese Roboter sollen in der Ausbildung eine Doppelrolle übernehmen. Zum einen als Lehrkraft, die gespeicherte Bewegungsabläufe demonstriert, und als simulierter Patient, der auf diese Abläufe reagiert. Für die Patientensimulation greift eine KI auf digitalisierte Mobilitätseinschätzungen zurück, die am Universitätsklinikum Erlangen über zehn Jahre erhoben wurden.
Das auf drei Jahre angelegte Projekt sieht zudem Potenzial über die Pflege hinaus. Der Ansatz könnte auf Landwirtschaft, industrielle Produktion und Handwerk übertragen werden.
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