Das Robert-Koch-Institut (RKI) kritisiert die fehlende Freistellung hygienebeauftragter Pflegekräfte in Kliniken

Eine Erhebung des RKI zeigt erhebliche Lücken bei der Freistellung hygienebeauftragter Pflegefachpersonen. Ohne feste Strukturen bleibt ihre Rolle oft wirkungslos…

8. September 2025
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Das Robert Koch-Institut (RKI) weist in einer aktuellen Erhebung auf Defizite bei der Freistellung hygienebeauftragter Pflegefachpersonen hin. In vielen Kliniken fehlt eine verbindlich dokumentierte Regelung, obwohl die Kommission für Infektionsprävention (KRINKO) bereits 2023 klare Empfehlungen ausgesprochen hat.

Eine Untersuchung in 39 Kieler Krankenhäusern ergab Anfang 2024, dass schriftliche Vorgaben vollständig fehlten. Bis Mai 2025 hatten 19 Häuser feste Stundenregelungen eingeführt, 20 gewährten nur eine anlassbezogene Freistellung. Der zeitliche Umfang schwankte dabei erheblich von null bis 32 Stunden pro Monat.

Hygienebeauftragte Pflegefachpersonen sollen Standards sichern und als Multiplikatoren wirken. Sie ersetzen jedoch nicht das Hygienefachpersonal. Ohne eine klare Freistellung bleibt ihre Funktion jedoch eingeschränkt. Besonders kleinere Einrichtungen setzen die Vorgaben besser um als komplexe Universitätskliniken. Das RKI fordert eine strukturelle Absicherung dieser Rolle, aktive Unterstützung durch die Klinikleitungen sowie eine konsequente Überwachung durch die Gesundheitsämter. Nur so lasse sich die Prävention nosokomialer Infektionen wirksam stärken.

Quelle:
bibliomed-pflege.de

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