Debatte um Geburtshilfe in Kempen

Die geplante Schließung der Geburtshilfe am Hospital zum Heiligen Geist stößt in Kempen auch in der Wirtschaft auf Kritik. Der Unternehmerkreis Kempen sieht Folgen für Image, Vertrauen und wirtschaftliche Entwicklung…

17. April 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Der Unternehmerkreis Kempen stellt sich gegen die geplante Schließung der Geburtshilfe am Hospital zum Heiligen Geist und warnt vor langfristigen Folgen für Krankenhaus und Stadt. Aus Sicht des UKK greift eine rein kostenbasierte Bewertung zu kurz, weil sie Image, Vertrauen und Bindung an den Standort ausblendet.

Nach den bisherigen Plänen soll der Kreißsaal Ende Juli schließen. Das Allgemeine Krankenhaus Viersen soll die Geburten aus Kempen übernehmen. Die Artemed-Gruppe als Träger des Hospitals und das AKH haben dazu ein gemeinsames Konzept vorgelegt.

Der UKK verweist auf etwa 550 Geburten pro Jahr. Rund 50 Prozent entfallen demnach auf Bürgerinnen und Bürger aus Kempen, die übrigen auf Umlandkommunen. Der Unternehmerkreis beziffert den Umsatz auf etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr und fordert, diese Zahlen nicht isoliert zu betrachten.

Der UKK betont, dass viele Menschen durch die Geburtshilfe eine enge Bindung zum Krankenhaus entwickeln. Das stärke auch die Wahrnehmung der Stadt als Standort für Familien. Vorsitzender Peter Nieskens warnt deshalb, der wirtschaftliche Schaden durch die Schließung könne höher ausfallen als ein möglicher Fehlbetrag.

Die Kritik an den Plänen nimmt damit weiter zu. Zuvor hatten sich bereits politische Akteure gegen das Vorhaben gestellt. Die CDU fordert eine Resolution des Stadtrats. Andere Parteien brachten ein Geburtshaus ins Gespräch.

Quelle:
rp-online.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.