Der ‚ÄrzteTag‘-Podcast diskutiert über die hohe Zahl von Operationen

In Deutschland wird besonders viel operiert. Orthopäde Mark Tauber und Klinikmanager Martin von Hummel erklären im „ÄrzteTag“-Podcast die Gründe: finanzielle Anreize, unklare Indikationsstellung und zu geringe Nutzung konservativer Therapien. Beide betonen die Vorteile einer stärkeren Spezialisierung für die Qualität. Zur geplanten Krankenhausreform äußern sie Kritik, besonders am Modell in Nordrhein-Westfalen.

18. August 2025
  • Medizin
  • Ökonomie
  • Politik


Professor Mark Tauber, Orthopäde am Deutschen Schulterzentrum in München, und Martin von Hummel, CEO der ATOS Kliniken, sprechen im „ÄrzteTag“-Podcast über die hohe Zahl von Operationen in Deutschland. Operierende Fachkräfte arbeiten häufig gleichzeitig in eigener Praxis und in Kliniken, in verschiedenen Kooperationsmodellen. Ein zentrales Problem sehen beide in den Anreizen des Systems: Operationen werden besser vergütet als konservative Behandlungen. Dies beeinflusst die Indikationsstellung und führt dazu, dass konservative Therapien zu selten zum Einsatz kommen. Tauber und von Hummel plädieren für eine stärkere Spezialisierung innerhalb der Orthopädie. Spezialisierte Strukturen verbessern aus ihrer Sicht die Behandlungsqualität nachhaltig. Gleichzeitig diskutieren sie die anstehende Krankenhausreform. Das Modell in Nordrhein-Westfalen bezeichnen sie kritisch als planwirtschaftlich. Zudem weisen sie auf notwendige Änderungen in den Weiterbildungs-Curricula hin, damit genügend Nachwuchs die geforderte Spezialisierung erreicht.

Quelle:

aerztezeitung.de