Deutscher Chirurgie Kongress 2026 rückt KI in Diagnostik, OP-Planung und Weiterbildung in den Fokus

KI hält nach Angaben der DGAV zunehmend Einzug in Chirurgie, OP und Patientenversorgung. Sie unterstützt Diagnostik, Planung, Training und Dokumentation, soll Chirurginnen und Chirurgen aber auf absehbare Zeit nicht ersetzen…

17. April 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Künstliche Intelligenz erreicht die Chirurgie zunehmend im klinischen Alltag und im Operationssaal. Nach Einschätzung von DGAV-Präsident Jörg-Peter Ritz wird sie das Fach nachhaltig verändern. Die ärztliche Verantwortung im operativen Handeln bleibt jedoch bei Chirurginnen und Chirurgen.

Ritz nennt konkrete Einsatzfelder in Diagnostik und Therapie. KI analysiert Verlaufsparameter, Bilddaten und Akteneinträge. Sie kann Diagnosen präzisieren, perioperative Risiken früher erkennen und Therapieoptionen patientenindividuell bewerten. Im OP sieht Ritz Potenziale bei Assistenzsystemen, die Strukturen oder notwendige Schritte hervorheben. Perspektivisch verweist er auch auf Augmented-Reality-Brillen, die Tumorbilder oder anatomische Befunde in den Situs projizieren.

Auch robotergestützte Verfahren entwickeln sich weiter. Moderne Systeme könnten künftig intraoperative Bilddaten in Echtzeit analysieren. Telechirurgie auf Distanz bleibt für den klinischen Alltag aber vorerst ungeeignet. Ritz verweist hier auf zu viele Unsicherheiten. Praktisch genutzt wird dagegen das „Tele-Zuschauen“ für die Weiterbildung. KI unterstützt zudem bereits technisches Skill-Training mit individualisierten Hinweisen.

Im Klinikbetrieb sieht Ritz weitere Anwendungen bei Dokumentation, Abrechnung, OP-Planung und Ressourcensteuerung. Für einen breiteren Einsatz nennt er strukturierte Daten, interoperable IT-Systeme, Datenschutz und Akzeptanz als Voraussetzungen. Beim DCK 2026 befassen sich mehr als 200 Sitzungen mit dem Thema KI.

Quelle:
aerzteblatt.de

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