Deutschlands Krankenhäuser nicht auf Kriegsfall vorbereitet
Deutschlands Gesundheitssystem ist auf einen Bündnisfall nicht vorbereitet. Nach 48 Stunden wären Bundeswehr- und Unfallkliniken überlastet. Experten fordern eine engere Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Strukturen, mehr Reserven, gemeinsame Übungen und eine bessere Steuerung der Patientenversorgung.
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Im Ernstfall würde Deutschlands Gesundheitssystem schnell an seine Grenzen stoßen. Experten warnen: Käme es zu einem militärischen Konflikt, wären Bundeswehrkrankenhäuser, BG-Kliniken und Universitätskliniken bereits nach 48 Stunden voll ausgelastet. Die Zivilverteidigung spielt in der politischen Debatte jedoch kaum eine Rolle.
Bis zu 3.000 verwundete Soldaten pro Tag müssten im Bündnisfall versorgt werden. Das Gesundheitswesen ist auf ein solches Szenario nicht eingestellt. Während der Kalte Krieg klare Strukturen schuf, fehlt heute eine übergreifende Strategie. Der Expertenrat der Bundesregierung fordert daher eine enge Verzahnung von zivilen und militärischen Einrichtungen. Schweden dient mit seinem Konzept der „Totalverteidigung“ als Vorbild: Hier sind alle Bürger und Institutionen in die nationale Sicherheitsstruktur eingebunden.
Um besser auf Krisen vorbereitet zu sein, wird derzeit ein nationaler Operationsplan (OPLAN DEU) entwickelt. Ziel ist eine koordinierte Patientensteuerung durch regionale „Hubs“, ähnlich dem Modell der Corona-Pandemie. Zudem sollen Kliniken der Maximalversorgung ertüchtigt, Reserven für Medikamente und medizinisches Material aufgebaut und regelmäßige Übungen durchgeführt werden. Krankenhäuser sind längst Teil kritischer Infrastrukturen und damit potenzielle Angriffsziele. Um die Gesundheitsversorgung im Krisenfall zu sichern, müsse die Bundesregierung rasch handeln. Ein „Gesundheitssicherstellungs-Gesetz“ wurde bereits angekündigt – 2025 könnte es Realität werden…
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