DGfM beziffert Bürokratielast durch Krankenhausprüfungen

Die Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling e.V. (DGfM) beschreibt in einer Streitschrift, wie steigende Prüfquoten, Strukturprüfungen und Nachweispflichten Krankenhäuser belasten und zusätzliche Milliardenkosten verursachen können …

28. Mai 2026
  • MD

Die Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) sieht im deutschen Krankenhauswesen eine stetig wachsende Kontrolllast. Diese bindet erhebliche Ressourcen und ist bislang nur unzureichend messbar. Mit der Streitschrift „Kontrolle außer Kontrolle“ soll diese Belastung mithilfe der Kennzahlen Prüfintensität und Bürokratiekostenindex quantifiziert werden.

Demnach steigt das Prüfvolumen bei einem erweiterten Prüfregime von rund 1,22 Millionen auf rund 1,86 Millionen Prüfungen pro Jahr. Das entspricht einer Zunahme um rund 52 %. Die Bürokratiekosten der Einzelfallprüfungen liegen im Status quo modellhaft bei 0,37 bis 0,61 Milliarden Euro. Im erweiterten Prüfregime steigen sie auf 0,56 bis 0,93 Milliarden Euro. Der zusätzliche Aufwand wird mit 190 bis 320 Millionen Euro pro Jahr beziffert.

Der Anhang erweitert die Betrachtung um Strukturprüfungen, Leistungsgruppenprüfungen, G-BA-Prüfungen sowie indirekte Bürokratiekosten durch Dokumentation, Nachweise, Schulungen, IT und Prozessanpassungen. Daraus ergibt sich ein „Schattenhaushalt“ von 1,3 bis 3,7 Mrd. Euro jährlich.

Die DGfM leitet im Ergebnis daraus ab, dass die Einzelfallprüfung die tatsächliche Bürokratielast allein unterschätzt. Die neuen Kennzahlen sollen die Belastung vergleichbar machen und eine gesundheitspolitische Bewertung des Prüfregimes ermöglichen.

Quelle:
medizincontroller.de

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