DGfM kritisiert geplante Anhebung der MD-Prüfquoten
Die DGfM warnt, dass die geplante Anhebung der MD-Prüfquoten Krankenhäuser stärker belastet, zusätzlichen Personalbedarf erzeugt und Bürokratiekosten von rund einer Milliarde Euro pro Jahr verursacht…
- MD
- Politik
- Ökonomie
Die Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling kritisiert die geplante Anhebung der MD-Prüfquoten als erhebliche zusätzliche Belastung für Krankenhäuser. Nach ihrer Einschätzung würde die Prüfquote im zentralen Segment von 10 Prozent auf 25 Prozent steigen und damit die administrative Kontrolle deutlich ausweiten.
Die DGfM verweist darauf, dass Krankenhäuser bereits durch Leistungsgruppenprüfungen, OPS-Strukturvorgaben, G-BA-Vorgaben und PpUGV stark belastet seien. Zusätzliche MD-Prüfungen bänden qualifiziertes Personal, erhöhten Dokumentations-, Kommunikations- und Widerspruchsaufwände und verursachten nicht refinanzierte Bürokratiekosten. Nach aktuellen Modellierungen summierten sich diese einschließlich der Prüfquotenerhöhung auf rund eine Milliarde Euro pro Jahr.
Besonders kritisch bewertet die DGfM den zusätzlichen Bedarf an Medizincontrollerinnen und -controllern, Kodierfachkräften, Dokumentationsspezialistinnen und -spezialisten sowie ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitenden. Dieser Bedarf sei weder am Arbeitsmarkt verfügbar noch im Vorhaltebudget abgebildet. Gleichzeitig verweist die Gesellschaft auf unzureichend finanzierte Strukturvorgaben, nicht vollständig refinanzierte Tarifsteigerungen und kaum realisierbare Mindestbesetzungen nach PpUGV.
Die DGfM fordert deshalb eine Korrektur der geplanten Prüfquotenanhebung. Eine Verdopplung oder Verzweieinhalbfachung der Prüfquote sei fachlich nicht begründbar, organisatorisch nicht umsetzbar und verschärfe die bestehende Überregulation.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.