Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) warnt: Die Krankenhausreform gefährdet die nephrologische Versorgung

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) kritisiert die geplante Krankenhausreform. Abrechnungsdaten verzerren den tatsächlichen Bedarf, wodurch Mittel für die „Komplexe Nephrologie” zu knapp bemessen werden. Das gefährdet die Versorgung, die Weiterbildung und die Finanzierung. Die DGfN fordert eine Nachsteuerung und eine transparente Evaluation.

21. August 2025
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Die DGfN sieht durch die geplante Krankenhausreform die flächendeckende Versorgung von Menschen mit Nierenkrankheiten gefährdet. Grundlage der künftigen Budgets sind Abrechnungsdaten aus den Jahren 2023/2024, in denen nephrologische Leistungen jedoch unzureichend erfasst wurden. Oftmals wurden erbrachte Leistungen in der Allgemeinen Inneren Medizin statt in der Komplexen Nephrologie verbucht. Dadurch stehen den Fachabteilungen zu wenige Mittel zur Verfügung. Laut DGfN ist die Versorgung bereits heute knapp, da nur 145 von 1.874 Kliniken über eine eigene nephrologische Abteilung verfügen. Angesichts steigender Fallzahlen und der prognostizierten Zunahme chronischer Nierenkrankheiten sei eine Unterversorgung absehbar. Die Fachgesellschaft und Expert:innen betonen, dass die Behandlung nephrologischer Patient:innen spezielles Wissen erfordert und nicht durch andere internistische Bereiche ersetzt werden kann. Zudem wird der ärztliche Nachwuchs überwiegend in den Kliniken ausgebildet. Fehlt die Finanzierung, ist die gesamte Versorgungskette gefährdet. Die DGfN fordert deshalb eine sachgerechte Ausstattung der Leistungsgruppe „Komplexe Nephrologie”, den Erhalt aller nephrologischen Kliniken sowie eine transparente und kontinuierliche Evaluation der Planungsinstrumente. Nur so können Versorgungssicherheit, Weiterbildung und Finanzierungsgerechtigkeit gewährleistet werden.

Quelle:

idw-online.de


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