Die DGI warnt: Ohne infektiologische Expertise drohen Versorgungslücken
Infektionskrankheiten prägen den Klinikalltag und treiben die Kosten in die Höhe. Jede dritte Patientin bzw. jeder dritte Patient ist betroffen, doch spezialisierte Strukturen fehlen. Die DGI warnt: Ohne infektiologische Fachkompetenz geraten Versorgung und Finanzierung ins Wanken. Das KHVVG soll helfen, bleibt aber ungenutzt.
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Infektionskrankheiten zählen zu den häufigsten Diagnosen im stationären Bereich. Im Jahr 2022 betrafen sie rund 40 % aller erwachsenen Klinikpatient:innen – entweder als Haupt- oder Nebendiagnose. Am häufigsten traten Atemwegsinfekte auf, gefolgt von gastroenterologischen und urologischen Erkrankungen. Die mittlere Verweildauer lag bei acht Tagen, die durchschnittlichen Behandlungskosten pro Fall bei über 2.500 Euro. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) mahnt strukturelle Defizite an. In vielen Einrichtungen fehlen infektiologische Konsiliardienste oder spezialisierte Stationen. Studien belegen: Eine infektiologische Mitbehandlung senkt Komplikationen und Sterblichkeit. Doch aktuell droht der Aufbau dringend benötigter Versorgungsstrukturen zu scheitern, da der im Krankenhausstrukturgesetz (KHVVG) vorgesehene Aufbau der Leistungsgruppe Infektiologie in den aktuellen Gesetzesentwürfen nicht weiterverfolgt wurde. Dabei sind die Herausforderungen offensichtlich: Neben den bekannten Infektionswellen nehmen resistente Erreger, klimabedingte Infektionen und Krankheitsverläufe bei älteren oder immungeschwächten Patientinnen und Patienten zu. Die DGI fordert deshalb eine verbindliche und finanziell abgesicherte Integration infektiologischer Expertise in das Regelversorgungssystem.
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