Pressemeldung

Die Katholischen Krankenhäuser zu GKV-Sparpaket: Es gibt andere Wege

Der Katholische Krankenhausverband kritisiert das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz als unausgewogen und schlägt 25 Alternativen mit bis zu 15 Milliarden Euro Einsparpotenzial vor…

23. Juni 2026
  • Politik

Zur gestrigen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz erklärt Bernadette Rümmelin, Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands Deutschland:

„Wir brauchen Einsparungen bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das zeigen nicht zuletzt die jüngsten Zahlen über weitere Ausgabensteigerungen. Die Kürzungspläne der Bundesregierung sind jedoch unausgewogen und sie führen zu absehbar harten Einschnitten in der Krankenhausversorgung.

Am Gemeinwohl orientierte Klinikversorgung wird zum Wanken gebracht

Gleichzeitig setzen die Pläne frei-gemeinnützige Träger besonders unter Druck, da sie mit den sich abzeichnenden zusätzlichen Defiziten allein dastehen. Doch auch die lange geübte Praxis, dass kommunale Kliniken über Steuermittel über Wasser gehalten werden, gerät längst an ihre Grenzen. Somit werden ausgerechnet die am Gemeinwohl orientierten Säulen der Klinikversorgung zum Wanken gebracht. Zudem werden ausgerechnet diejenigen bestraft, die ihren Mitarbeitenden tarifliche Löhne zahlen.

Vorschläge für Einsparungen von 15 Milliarden Euro jährlich

Es gibt andere Wege, die GKV zu entlasten, ohne die Versorgung zu gefährden. Die Krankenhäuser selbst haben 25 konkrete Vorschläge gemacht, mit denen jährlich bis zu 15 Milliarden Euro im Klinikbereich eingespart werden könnten. Wichtige Hebel hierbei sind ein konsequenter Bürokratieabbau, der Verzicht auf kostenintensive Personalvorgaben und mehr Handlungsspielräume für die Krankenhäuser vor Ort.

Zudem darf der Bund seine Aufgaben nicht länger den GKV-Versicherten aufbürden. Die Versorgung der Menschen, die Bürgergeld beziehen, muss endlich vollständig aus Steuermitteln des Bundes gezahlt werden. Auch das würde kurzfristig und spürbar den Druck von der GKV nehmen.“

Die schriftliche Stellungnahme des Katholischen Krankenhausverbands zur heutigen Anhörung findet sich hier: PDF

Die 25 Forderungen der Krankenhäuser zur sofortigen Umsetzung gibt es hier: PDF

Hintergrund

Der Katholische Krankenhausverband Deutschland e. V. vertritt als Fachverband bundesweit 244 Krankenhäuser an 320 Standorten sowie 52 Reha-Einrichtungen mit insgesamt 204.000 Mitarbeitenden. Jährlich werden hier 3 Millionen Patient:innen stationär und 2,5 Millionen Patient:innen ambulant versorgt. Mit Umsätzen von 16 Milliarden Euro pro Jahr sind die katholischen Krankenhäuser zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Quelle:
die-katholischen-krankenhaeuser.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.