Die Krankenkassen sollen Gesundheitsdaten intensiver nutzen – Ärzteverbände warnen jedoch vor einer Grenzüberschreitung

Das GeDIG soll die Nutzung von Gesundheitsdaten ausweiten, die ePA weiterentwickeln und digitale Versorgungsprozesse verbessern. Ärzteverbände warnen vor erweiterten Datenauswertungen durch Krankenkassen und einer Gefährdung des Arzt-Patienten-Vertrauens…

14. Oktober 2026
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Die Bundesregierung will mit dem Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) Gesundheitsdaten stärker für die Patientenversorgung nutzbar machen. Der Bundestag hat den Gesetzentwurf am 8. Oktober 2026 in erster Lesung beraten und an den Gesundheitsausschuss überwiesen. Während die Krankenkassen erweiterte Nutzungsmöglichkeiten begrüßen, warnen Ärzteverbände vor Eingriffen in das Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten.

Georg Kippels (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, sieht in der Datennutzung Chancen für eine gerechtere und effizientere Gesundheitsversorgung. Die elektronische Patientenakte (ePA) soll weiterentwickelt und stärker in die Versorgung eingebunden werden. Vorsorgeempfehlungen sollen eine gezieltere Prävention ermöglichen. Geplant sind außerdem elektronische Überweisungen für einen medienbruchfreien Informationsfluss und eine digitale Bedarfseinschätzung, die unnötige Arztkontakte vermeiden helfen soll.

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und weitere ärztliche Organisationen kritisieren insbesondere die geplante Ausweitung der Datenauswertung durch Krankenkassen. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt warnt vor einer erheblichen Beeinträchtigung des Arzt-Patienten-Vertrauens. Die Bewertung individueller Gesundheitsrisiken und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen gehörten in den geschützten Behandlungskontext.

Der GKV-Spitzenverband unterstützt das Gesetz grundsätzlich. Bei der digitalen Bedarfseinschätzung fordert er eine gemeinsame Verantwortung mit der KBV. Nach bisheriger Planung soll die KBV das Instrument allein entwickeln und betreiben.

Auch im Bundestag gibt es unterschiedliche Positionen. Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen begrüßt wesentliche Inhalte und schlägt unter anderem eine elektronische Einweisung vor. Stella Merendino (Linke) kritisiert dagegen die Datenschutzregelungen scharf.

Quelle:
aerzteblatt.de

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