Digitale Medikation auf Klinikniveau: Warum das E-Rezept kein Selbstläufer ist
Digitale Rezepte versprechen Effizienz, doch in Kliniken stoßen sie auf komplexe Abläufe und technische Grenzen. Ein Pilotprojekt der Charité bringt Licht ins Dunkel und zeigt: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein harter Teamsport mit vielen Stolperfallen.
- IT
Das elektronische Rezept (E-Rezept) stellt Kliniken vor große Herausforderungen. Besonders bei Chemotherapien offenbaren sich fachliche, technische und rechtliche Hürden. Die Charité in Berlin hat mit einem umfassenden Pilotprojekt jedoch eine funktionierende Lösung entwickelt. Ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen IT, Apotheke und Softwarepartnerschaft schuf einen durchdachten Workflow, bei dem auch Sicherheitsaspekte und gesetzliche Vorgaben berücksichtigt wurden. Dabei galt es, komplexe innerklinische Abläufe mit der Telematikinfrastruktur (TI) zu verbinden. Die Rezeptfreigabe erfolgt über ein abgesichertes System (Workflow 169), in das alle Beteiligten integriert sind. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Direktzuweisung von Medikamenten an die Krankenhausapotheke – ein notwendiger Kompromiss, der jedoch die freie Apothekenwahl einschränkt. Trotz hoher technischer Anforderungen und Personalsorgen zeigt das Projekt der Charité: Das E-Rezept kann in der Klinik funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen.
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