Digitale Primärversorgung: Krankenkassen kritisieren geplante Alleinzuständigkeit der KBV

Der GKV-Spitzenverband begrüßt das GeDIG, fordert aber eine gemeinsame Verantwortung für die digitale Bedarfseinschätzung mit der KBV, gleiche Versorgungspfade für alle Versicherten und eine klare Begrenzung der gematik-Aufgaben…

12. Oktober 2026
  • Digitale Klinik
  • Politik

Der GKV-Spitzenverband unterstützt das Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG), fordert jedoch Änderungen bei der digitalen Primärversorgung und der Aufgabenverteilung. Besonders kritisch sieht der Verband die geplante alleinige Zuständigkeit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für die digitale Bedarfseinschätzung sowie die Erweiterung der gematik-Aufgaben.

Das GeDIG wurde am 8. Oktober 2026 erstmals im Bundestag beraten. Es soll digitale Infrastruktur, Datennutzung und Versorgungsprozesse enger miteinander verbinden. Der GKV-Spitzenverband begrüßt insbesondere die Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA). Krankenkassen sollen künftig mehr Daten für die individuelle Beratung und Betreuung ihrer Versicherten nutzen können. Damit könnte die ePA stärker in konkrete Versorgungsprozesse eingebunden werden.

Für die geplante digitale Primärversorgung fordert der Verband einen durchgängigen Versorgungspfad aus digitaler Bedarfseinschätzung, elektronischer Überweisung und Terminvermittlung. Dieser soll gesetzlich und privat Versicherten gleichermaßen offenstehen. Die digitale Bedarfseinschätzung müsse unabhängig von Interessenkonflikten organisiert werden. Das entsprechende Instrument solle deshalb gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband verantwortet werden, statt ausschließlich von der KBV entwickelt und betrieben zu werden.

Kritik übt der Verband außerdem an der geplanten Erweiterung der gematik-Aufgaben. Diese sei zu unbestimmt und führe zu zusätzlichen Belastungen der Beitragszahlenden. Der GKV-Spitzenverband verlangt eine klare Trennung zwischen Aufgaben der Kranken- und Pflegeversicherung und gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, die aus Steuermitteln finanziert werden sollen.

Quelle:
gkv-spitzenverband.de

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