Digitale Steuerung soll Notaufnahmen gezielt entlasten
Digitale Ersteinschätzung, Telemedizin und strukturierte Patientenlenkung sollen Notaufnahmen spürbar entlasten. Vertreterinnen und Vertreter aus Kassen, Fachgesellschaften und Klinikpraxis sehen darin eine Chance, verweisen jedoch auf strukturelle Defizite im ambulanten Bereich als zentrale Ursache der Überlastung…
- Digitale Klinik
Im Rahmen einer Fachdiskussion wurden neue Ansätze zur Entlastung der Notaufnahmen erörtert. Rebecca Zeljar, Leiterin des Landesbüros des Verbands der Ersatzkassen in Berlin und Brandenburg, plädierte für eine digitale Ersteinschätzung vor dem Besuch einer Notaufnahme. Patientinnen und Patienten sollen anhand standardisierter Verfahren vorab bewertet und bedarfsgerecht in eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus gesteuert werden. Telemedizinische Anwendungen könnten diesen Prozess ergänzen.
Martin Pin, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin, verwies auf die Versorgungsrealität: Viele Betroffene hätten bereits ambulante Angebote genutzt. Terminengpässe oder lange Wartezeiten führten dennoch in die Klinik.
Auch aus Sicht der Krankenhauspraxis wird die Problemlage im ambulanten Sektor verortet. Michael Oppert vom Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam sieht die Hauptursache der Überlastung in strukturellen Defiziten außerhalb der Kliniken. Die fortschreitende Ambulantisierung erhöhe den Druck zusätzlich.
Einigkeit bestand darin, dass Steuerungsinstrumente nur dann greifen, wenn sie für Patientinnen und Patienten nachvollziehbar sind und einen erkennbaren Nutzen bieten. Akzeptanz entsteht durch Transparenz, Verlässlichkeit und spürbare Entlastung im Versorgungsprozess.
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