Digitaler Fortschritt oder Risiko? Doctolib erweitert Nutzung von Gesundheitsdaten
Doctolib will KI-Modelle mit anonymisierten Patientendaten trainieren und stößt dabei auf Bedenken bezüglich Datenschutz und Patientensouveränität.
- IT
Das Unternehmen Doctolib, bekannt für seinen digitalen Terminservice, will künftig KI-Modelle mit anonymisierten Patientendaten trainieren. Nach eigenen Angaben setzt Doctolib sowohl auf eigene KI-Entwicklungen als auch auf etablierte Technologien wie GPT-4 und Whisper von OpenAI. Die Datenverarbeitung basiert auf ausdrücklicher Zustimmung oder, bei nicht sensiblen Daten, auf berechtigtem Interesse.
In Frankreich hat Doctolib bereits eine eigene elektronische Patientenakte etabliert, die als Konkurrenz zur staatlichen Plattform „Mon espace santé“ gilt. Datenschutzexperten, wie der hessische Beauftragte Alexander Roßnagel, warnen vor einem möglichen Zwang zur Preisgabe persönlicher Informationen und mahnen zur Rücksicht auf Nutzer, die digitale Angebote ablehnen.
Die Nachfrage nach Plattformen wie Doctolib wird durch Personalmangel und lange Wartezeiten in Arztpraxen begünstigt. Eine Umfrage des GKV-Spitzenverbandes zeigt, dass 42 Prozent der gesetzlich Versicherten von längeren Wartezeiten berichten. Vertreter der Krankenkassen fordern eine gesetzliche Verpflichtung für Arztpraxen, tagesaktuelle Termine online verfügbar zu machen und Versicherungsstatusabfragen bei der Terminvergabe zu verbieten…
heise.de
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