Digitalisierung und Steuerung: Skandinavische Modelle setzen Maßstäbe für die Versorgungsreform

Nach einer Reise nach Norwegen und Finnland sehen Abgeordnete erheblichen Reformbedarf bei Digitalisierung und Versorgungssteuerung. Das nordische Primärversorgungsmodell gilt als strukturpolitische Referenz für Deutschland…

17. Februar 2026
  • Digitale Klinik

Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestages haben sich in Norwegen und Finnland über deren Primärversorgung informiert. Nach Einschätzung der Vorsitzenden Dr. Tanja Machalet und des CSU-Politikers Prof. Hans Theiss liegt Deutschland bei der digitalen Vernetzung deutlich zurück. Beide Länder arbeiten seit Jahren mit einer flächendeckend genutzten elektronischen Patientenakte, die Terminvergabe und Gesundheitsanwendungen einbindet.

In Norwegen und Finnland führt der Weg zu Fachärztinnen und Fachärzten sowie ins Krankenhaus in der Regel über Primärversorger. Nichtärztliche Fachkräfte übernehmen dort eine qualifizierte Ersteinschätzung. Das entlastet Hausärztinnen und Hausärzte und verhindert Doppeluntersuchungen.

Für Deutschland sehen die Abgeordneten strukturelle und kulturelle Hürden. Patientinnen und Patienten müssten den direkten Zugang zur Spezialversorgung aufgeben. Zugleich brauche es ausreichend Primärärztinnen und Primärärzte, klare Ausnahmeregeln und eine leistungsfähige digitale Triage. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat dazu einen Fachdialog gestartet und eine Digitalisierungsstrategie vorgelegt.

Quelle:
aok.de

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