DIVI fordert bundesweite Nachsorgestrukturen für Intensivpatienten
Drei Monate nach der Entlassung zeigen 72 Prozent der Intensivpatienten Einschränkungen. Die DIVI fordert bundesweit strukturierte Nachsorge, denn spezialisierte Ambulanzen decken den Bedarf bei Weitem nicht…
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Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) macht anlässlich des Tags der Intensivmedizin am 18. Juni auf eine strukturelle Versorgungslücke aufmerksam. Für Patienten nach intensivmedizinischer Behandlung fehlen in Deutschland flächendeckende Nachsorgeangebote.
Daten der PICS-Ambulanz der Charité belegen den Handlungsbedarf. Drei Monate nach Entlassung wiesen 72 Prozent der nachuntersuchten Patienten Einschränkungen in mindestens einem Bereich auf. 51 Prozent waren körperlich, 47 Prozent psychisch und 31 Prozent kognitiv beeinträchtigt.
Ursache ist das sogenannte Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS). Es umfasst Muskelschwäche, Schmerzen, Schluckstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme sowie psychische Folgen wie Angststörungen, Depressionen oder posttraumatische Belastungssymptome.
DIVI-Generalsekretär Prof. Alexander Zarbock, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Münster, fordert ein standardisiertes Screening körperlicher, psychischer und kognitiver Beeinträchtigungen spätestens drei Monate nach Entlassung. Ergänzend brauche es gezielt geschulte Hausärzte, PICS-sensible Rehabilitations- und Physiotherapieangebote, psychosoziale Unterstützung sowie geförderte Selbsthilfe- und Peer-Support-Strukturen.
Prof. Uwe Janssens, neuer medizinischer Geschäftsführer der DIVI und Direktor der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital Eschweiler, betont, dass eine adäquate Nachsorge nicht nur die Lebensqualität verbessere, sondern auch das Langzeitüberleben positiv beeinflussen könne. Die DIVI setzt sich daher für eine engere Vernetzung zwischen Intensivstationen, Rehabilitationseinrichtungen, Pflege und hausärztlicher Versorgung ein.
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