Krankenhausgipfel 2026: Krankenhäuser fordern Deregulierung statt weiterer Vorgaben
Beim DKG-Krankenhausgipfel 2026 forderten DKG-Chef Gaß und Bundesgesundheitsminister Linnemann mehr Eigenverantwortung für Kliniken, weniger Bürokratie und eine ergebnisorientierte Qualitätssicherung…
- Politik
- QM
- Ökonomie
Beim Krankenhausgipfel der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) am 21. September 2026 in Berlin stellte DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß eine klare Forderung in den Mittelpunkt: Krankenhäuser brauchen umfassende Deregulierung, um ihre Kosten eigenständig zu senken und Abläufe effizienter zu gestalten.
Gaß kritisierte das gewachsene Qualitätssicherungssystem scharf. Über Jahrzehnte seien immer neue Instrumente hinzugekommen, ohne dass alte abgeschafft wurden. Fachkräfte verbringen demnach 2,7 Stunden täglich mit Dokumentation und Nachweispflichten. Die DKG fordert, bestehende Qualitätsanforderungen grundlegend zu überprüfen und stärker an Ergebnissen statt an Prozessen auszurichten.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) nahm erstmals am Gipfel teil und kündigte drei Gesetze für das laufende Jahr an: eine Notfallreform, das Gesundheitssicherstellungsgesetz (GeSiG) und ein Bürokratierückbaugesetz. Die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (verabschiedet Juli 2026) per Protokollnotiz zugesagten 550 Millionen Euro zusätzlich für Krankenhäuser sollen an die Notfallreform gekoppelt werden, damit das Geld Anfang 2027 fließen kann. Linnemann kündigte zudem an, Dokumentationspflichten in der Pflege zu prüfen und einen Forschungsauftrag dazu zu vergeben.
Beide Akteure verknüpften die Reformdebatte mit dem politischen Klima. Nach den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 zeigten sich Gaß und Linnemann besorgt über den Vertrauensverlust der Bevölkerung in politische Institutionen.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.