DKG warnt vor Überforderung der Notfallreform: Komplex, unterfinanziert, praxisfern

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft begrüßt die Notfallreform, kritisiert aber komplexe Strukturen, fehlende digitale Basis und eine nicht auskömmliche Finanzierung der Integrierten Notfallzentren…

5. Dezember 2025
  • Politik

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bewertet den Referentenentwurf zur Reform der Notfallversorgung als dringend notwendig, hält ihn in der aktuellen Form aber für nicht tragfähig.

Begrüßt werden das Reformvorhaben und die angestrebte bessere Steuerung von Hilfesuchenden, Patientinnen und Patienten in passende Versorgungsebenen sowie eine Entlastung der Krankenhausnotaufnahmen. Kritisiert werden ein hoher Grad an Komplexität, unklare Patientenpfade, Doppelstrukturen und eine fehlende digitale Infrastruktur, die für ein effizientes Notfallsystem unverzichtbar ist.

Zentraler Kritikpunkt ist die weiter unzureichende und intransparente Finanzierung der Integrierten Notfallzentren (INZ). Die DKG fordert ein eigenes, kostendeckend kalkuliertes INZ-Budget außerhalb der stationären Budgets, inklusive Vorhaltevergütung. Zudem warnt sie vor der Verknüpfung der Notfallreform mit der Rettungsdienstreform aus Kompetenzgründen und plädiert für ein separates Gesetzgebungsverfahren bei enger inhaltlicher Abstimmung.

Weitere Forderungen betreffen eine klare Trennung von Terminservicestelle und Akutleitstelle, eine verpflichtende Vernetzung mit der 112, die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung sowie eine eindeutige Leitungsverantwortung der Krankenhäuser in den INZ.

Quelle:
dkgev.de

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