Pressemeldung

Dr. Preusch MdL: „Wir brauchen eine aktivere Krankenhausplanung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert“

Zu einem intensiven Austausch über die Zukunft der stationären Patientenversorgung in Krankenhäuser im ländlichen Raum trafen sich die Verantwortlichen des Caritas-Krankenhauses sowie Landrat Christoph Schauder mit dem gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Dr. Michael Preusch im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim…

24. Dezember 2025
  • Politik

Der CDU-Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Eppingen arbeitet neben seinem politischen Engagement nach wie vor in Teilzeit als Oberarzt der internistischen Intensivmedizin an der Universitätsklinik Heidelberg und kennt die Gesundheitspolitik aus der Perspektive des klinischen Alltags in einem städtischen Maximalversorger. Im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim informierte er sich über die Herausforderungen eines Krankenhauses in einem großen Flächenlandkreis mit weiten Wegen und geringer Bevölkerungsdichte.

„Das führt dazu, dass wir hohe Vorhaltekosten haben, um die Versorgung der Bevölkerung in Notfällen und allen wichtigen Fachbereichen rund um die Uhr sicherstellen zu können. Zugleich haben wir einfach weniger Fälle, weil hier weniger Menschen wohnen als in städtischen Zentren“, machte der Ärztliche Direktor des Caritas-Krankenhauses Dr. Jochen Selbach die Situation des Caritas-Krankenhauses deutlich. Auch die Krankenhausreform halte weitgehend an der Finanzierung auf der Basis von Fallzahlen fest. Dr. Selbach verwies außerdem auf die besonders schwierige Situation der freigemeinnützigen Krankenhäuser wie dem Caritas-Krankenhaus, die seit Jahren finanziell schlechter gestellt seien als staatliche Häuser und in der Regel ohne finanzielle Unterstützung aus kommunalen Haushalten Defizite ausgleichen müssen.

Zentrale Forderung der Verantwortlichen des Caritas-Krankenhauses und des Trägers BBT-Gruppe ist daher eine Fallzahl-unabhängige Finanzierung der Krankenhäuser für versorgungsrelevante Bereiche, unterstrich die Regionalleiterin der BBT-Gruppe, Dr. Ulrike Heesemann. Pflegedirektor Frank Feinauer sprach außerdem den hohen bürokratischen Aufwand für Dokumentation in der Pflege und im ärztlichen Bereich an: „Das kostet jeden Tag Stunden, die wir lieber am Bett des Patienten verbringen würden.“

Dr. Michael Preusch sprach sich dafür aus, die Krankenhausstrukturplanung in Baden-Württemberg stärker am tatsächlichen Bedarf der Menschen in einer Region zu orientieren. „Es muss eine aktivere Landeskrankenhausplanung geben. Entscheidend ist die Frage: Welches Versorgungsangebot macht wo Sinn?“, stellte er klar. Überangebote in einigen städtischen Regionen müssten abgebaut werden und zugleich müsse eine bessere Finanzierung für die Versorgung im ländlichen Raum ermöglicht werden. Dies gelte auch für die Finanzierung der Investitionskosten. „Hier müssen wir stärker zwischen Stadt und Land differenzieren, es muss eine stärker zielorientierte Investitionsförderung geben“, so Dr. Preusch.

Weitere Themen des Austauschs waren u.a. die Sicherung der ärztlichen Weiterbildung im Zuge der Einführung von Leistungsgruppen sowie die Auswirkungen der generalistischen Pflegeausbildung für die Bereiche der Alten- und Kinderkrankenpflege. Auch der Mangel bei Fachpersonal sowie Maßnahmen gegen teure Leiharbeit in Medizin und Pflege wurden diskutiert. Der CDU-Gesundheitsexperte, der auch Mitglied im CDU-Landesvorstand ist, dankte für den offenen Austausch und sagte die Bereitschaft für weitere Gespräche zu.

Quelle:
ckbm.de

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