Hausarzt aus Osnabrück: Nicht die Klinikbetten, sondern Fehlanreize treiben die Kosten

Dr. med. Steffen Grüner, Facharzt für Allgemeinmedizin in Osnabrück, sieht im deutschen Gesundheitssystem vor allem ein Effizienzproblem. Sparpotenzial verortet er bei Verwaltung, Digitalisierung, versicherungsfremden Leistungen und Doppelstrukturen…

16. April 2026
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Nicht ein Mangel an Geld, sondern der ineffiziente Einsatz von Mitteln ist nach Ansicht von Dr. Steffen Grüner das zentrale Problem im deutschen Gesundheitssystem. Der Hausarzt aus Osnabrück sieht Einsparpotenzial vor allem bei Bürokratie, teuren Digitalisierungsstrukturen, versicherungsfremden Leistungen und parallelen Institutionen. Einen pauschalen Abbau von Krankenhausbetten hält er dagegen nicht für den richtigen Ansatz.

Grüner verweist auf jährliche Ausgaben von rund 500 Milliarden Euro. Das entspreche etwa 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Trotz dieser hohen Summe bänden Fehlanreize und Bürokratie nach seiner Einschätzung Ressourcen, die besser in Versorgung und Prävention fließen sollten.

Beim Thema Krankenhausstrukturen argumentiert er gegen einfache Kürzungen. Redundanzen könnten in Krisen hilfreich sein. Auch bei Schließungen gehe Personal aus seiner Sicht oft verloren, statt vollständig an größere Standorte zu wechseln. Er schreibt, maximal 30 Prozent gingen tatsächlich an ein neues großes Krankenhaus.

Besonders kritisch sieht Grüner die Telematik-Infrastruktur. Er nennt Ausgaben von rund einer Milliarde Euro pro Jahr und verweist auf fehlerhafte Anwendungen, Ausfälle sowie hohe Kosten für Konnektoren und Heilberufsausweise. Zusätzlich fordert er mehr Eigenverantwortung der Patienten, eine Prüfung versicherungsfremder Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung, weniger Krankenkassen und ein Überdenken der Doppelstruktur mit den Berufsgenossenschaften.

Quelle:
esanum.de

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