Drei von vier Kliniken in Baden-Württemberg erwarten 2026 Verluste – BWKG fordert Nothilfeprogramm des Landes

74,8 Prozent der Krankenhäuser in Baden-Württemberg rechnen 2026 mit Verlusten. Die BWKG fordert vom Land ein Nothilfeprogramm ab 2027, um die Versorgung zu sichern…

7. August 2026
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Das Gesamtdefizit der Krankenhäuser in Baden-Württemberg droht sich innerhalb eines Jahres nahezu zu verdoppeln: von 880 Millionen Euro in 2026 auf 1,65 Milliarden Euro in 2027. Das zeigt der BWKG-Indikator 1/2026, für den die Geschäftsführenden der Kliniken im Juni und Juli 2026 befragt wurden. BWKG-Vorstandsvorsitzender Heiner Scheffold macht dafür den Wegfall des Rechnungszuschlags und Kürzungen durch das Beitragssatzstabilisierungsgesetz verantwortlich.

74,8 Prozent der befragten Kliniken erwarten für 2026 Verluste, 2025 lag dieser Anteil noch bei 64 Prozent. 79,3 Prozent der Geschäftsführenden gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern wird. Das ist der zweithöchste Wert seit dem Start des BWKG-Indikators im Jahr 2010.

Weder die Kliniken selbst noch ihre Träger seien in der Lage, diese Defizite dauerhaft auszugleichen, betont Scheffold. Er warnt vor einem kalten Strukturwandel, bei dem finanzielle Zwänge darüber entscheiden, welche Leistungen an welchem Standort noch erbracht werden.

27,5 Prozent der Geschäftsführenden erwägen bereits Personalabbau. Bei der Stellenbesetzung berichten 47,7 Prozent von Schwierigkeiten im ärztlichen Bereich, 56 Prozent im Pflegebereich und 63,9 Prozent im Funktionsdienst.

Die BWKG fordert vom Land Baden-Württemberg ein Krankenhaus-Nothilfeprogramm ab 2027, um ungeplante Einschnitte in die Versorgung zu verhindern und den Strukturwandel geordnet zu gestalten.

Quelle:
bwkg.de

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