DRG|FORUM: Expertinnen und Experten bewerten Ambulantisierung nur mit mangelhaft

Beim DRG|FORUM bewerten mehrere Akteure den Stand der Ambulantisierung in Deutschland als mangelhaft. Sie kritisieren Hybrid-DRG, instabile Regeln und fehlende Strukturen für eine verlässliche Patientenversorgung…

23. März 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Die Ambulantisierung kommt nach Einschätzung mehrerer Teilnehmer des DRG|FORUM 2026 nur schleppend voran. Sie kritisieren die Hybrid-DRG als zu schwaches Instrument und sehen zentrale strukturelle Hindernisse. Der Reformprozess hat begonnen, löst die Versorgungsprobleme aber bisher nicht ein.

Bernadette Rümmelin gab dem Stand der Ambulantisierung eine „glatte 5“. Sie verwies auf monatelange Wartezeiten, fehlende Hausärzte nach Umzügen, überfüllte Notaufnahmen und unsichere Nachsorge. Für sie zeigen diese Brüche, dass die bestehende Versorgungsstruktur und die politischen Ziele weit auseinanderliegen.

Dr. Lina Seitzl ordnete den Stand zwischen 4 und 5 ein. Die Hybrid-DRG liefen erst an, sagte sie. Jetzt brauche das System Zeit für Nachsteuerung. Andreas Gassen sprach von „knapp ausreichend“ und kritisierte die Politik für ständig wechselnde Rahmenbedingungen. Transformation gelinge nicht, wenn Regeln alle zwei oder drei Jahre neu gesetzt würden.

Sibylle Stauch-Eckmann bewertete die Lage ebenfalls mit 5. Sie nannte gekündigte Belegarztverträge, unklare Kooperationsmodelle, Einschränkungen bei Wahlleistungen und fehlende Investitionsanreize als Hindernisse. Andreas Beivers warnte davor, Hybrid-DRG wie andere Reforminstrumente zu stark zu regulieren. Rümmelin forderte deshalb weiterentwickelte Hybrid-DRG, Investitionen in ambulante Strukturen an Klinikstandorten und flexible Modelle zwischen ambulant, teilstationär und kurzstationär. Ambulantisierung bleibt damit ein begonnener, aber noch nicht eingelöster Reformweg.

Quelle:
bibliomedmanager.de

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