Droht den Krankenhäusern die nächste Milliardenlücke?

Neue Berechnungen von Christian Karagiannidis zeigen eine jährliche Finanzierungslücke von rund zehn Milliarden Euro in deutschen Krankenhäusern. Nach seiner Auffassung steigen seit Jahren die Krankenhausausgaben stetig schneller als die Grundlohnsumme…

3. Dezember 2025
  • Ökonomie

Eine aktuelle Modellrechnung zeigt, dass den deutschen Krankenhäusern jährlich rund zehn Milliarden Euro fehlen. Die dem Handelsblatt vorliegende Analyse stammt von dem Intensivmediziner Christian Karagiannidis. Sie beschreibt eine seit Jahren bestehende strukturelle Überlastung des Systems. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung steigen deutlich schneller als die Grundlohnsumme, aus der sich die Beiträge speisen. Haupttreiber sind ein wachsender Personalbedarf in Medizin und Pflege, höhere Tarifkosten sowie eine stetige Ausweitung der Leistungen.

Karagiannidis betont, dass diese Entwicklung nicht durch Inflation oder Energiepreise erklärbar ist. Die Lücke entspreche etwa einem Zehntel der jährlichen Krankenhausausgaben und könne zu einer weiteren Erhöhung der Zusatzbeiträge führen. Maßnahmen der Krankenhausreform wie der Transformationsfonds oder zusätzliche Vorhaltepauschalen ändern seiner Einschätzung nach wenig an der strukturellen Unterdeckung. Der GKV-Spitzenverband bestätigt die Größenordnung und verweist auf steigende Kosten trotz niedrigerer Fallzahlen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisiert die Berechnung, weist jedoch auf wachsende Belastungen durch Personalvorgaben hin. Karagiannidis plädiert für ein Budgetsystem, das den Krankenhäusern verbindliche Gesamtausgaben zuweist und den Leistungsdruck reduziert.

Quelle:
handelsblatt.com

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