E-Health-Reifegrad: Europäischer Gesundheitsdatenraum setzt Deutschland unter Zugzwang
Deutschland erreicht 88 Prozent E-Health-Reife, bleibt aber bei der Datenverfügbarkeit mit 69 Prozent deutlich unter dem EU-Schnitt von 81 Prozent…
- Data und KI
Die EU-Kommission misst jährlich den E-Health-Reifegrad ihrer Mitgliedstaaten. 2025 stieg der EU-27-Schnitt auf 87 Prozent, 18 Mitgliedstaaten verbesserten ihren Reifegrad. Deutschland legte um einen Prozentpunkt auf 88 Prozent zu und gehört damit zur Kategorie „Fast Trackers“. Belgien und Estland führen mit je 100 Prozent.
Beim Teilbereich Datenverfügbarkeit schneidet Deutschland mit 69 Prozent deutlich schlechter ab als der EU-Schnitt von 81 Prozent. Hauptursache ist ein Score von 50 Prozent bei der zeitverzögerten Bereitstellung elektronischer Untersuchungsberichte. Für Deutschland empfiehlt die Studie zwei Maßnahmen. Die stärkere Anbindung privater Anbieter außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung sowie die zeitnahe Bereitstellung aller Datentypen. Ab März 2027 greift schrittweise die Verordnung über den Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS), die bestehende Lücken schließen soll.
Der TI-Atlas 2026 der gematik zeigt den Umsetzungsstand in Deutschland: Knapp 70 Prozent der Arztpraxen nutzen die ePA intensiv, rund 50 Prozent der Krankenhäuser arbeiten damit, drei Viertel davon krankenhausweit. Zwei Drittel der Einrichtungen und Apotheken berichten über schnellere Verfügbarkeit von Patienteninformationen. 94 Prozent der Apotheken, die die elektronische Medikationsliste regelmäßig prüfen, identifizierten mindestens einmal Risiken für Patienten.
Den elektronischen Medikationsplan (eMP) sieht ein Drittel der mehr als 5.000 befragten Einrichtungen als größten Versorgungsnutzen. Zwei Drittel der Arztpraxen bemängeln fehlende Medikationspläne und hohen Aktualisierungsaufwand. Die Einführung des eMP soll bis Herbst abgeschlossen sein.
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