EBITDA mehr als verdreifacht, Notaufnahme überlastet: Wie Asklepios Wandsbek Gewinn und Versorgung vereinbarte
15 Ärzte der Asklepios Klinik Hamburg-Wandsbek schlugen im Dezember 2025 Alarm. Interne Dokumente belegen Bettendruck, Überlastung und gefährdete Patientensicherheit…
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Am 8. Dezember 2025 wandten sich 15 Ärztinnen und Ärzte der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Hamburg-Wandsbek mit einem Brandbrief an Geschäftsleitung und Konzernvorstand. Sie beschrieben Zustände, die Patientensicherheit, Mitarbeitergesundheit und Versorgungsqualität ernsthaft gefährdeten.
Stationär aufnahmepflichtige Patienten wurden demnach bis zu 24 Stunden auf Notfalltragen, auf dünnen Gummimatratzen und ohne Privatsphäre versorgt. Den kaufmännisch erzeugten Bettendruck nannten die Ärzte als mitursächlich. Eine anonym bleibende Ärztin berichtete gegenüber ZDF Frontal, Vollbelegung aller Betten sei das erklärte Ziel gewesen, was die Handlungsfähigkeit der Notaufnahme untergrub.
ZDF Frontal und der Spiegel werteten über Monate hunderte interne Dokumente aus, darunter E-Mails des Geschäftsführers, Belegungspläne und Gefährdungsanzeigen. Interne Tabellen zur Bettenauslastung zeigten, ob Abteilungen ihre Vorgaben erfüllten. Bei Abweichungen forderte der Geschäftsführer per E-Mail ein Eingreifen der Ärzteschaft.
Kurz nach dem Brandbrief kursierte ein Weihnachtsgruß des ärztlichen Direktors, der ein Plus von acht Prozent zum Vorjahr vermeldete. Interne Zahlen belegen, dass das Krankenhaus Wandsbek seinen operativen Gewinn (EBITDA) im Jahr 2025 auf mehr als das Dreifache steigerte. Asklepios erzielte konzernweit rund 152 Millionen Euro Gewinn.
Der Konzern wies die Vorwürfe schriftlich zurück und machte den Führungsstil des damaligen interimistischen Geschäftsführenden Direktors mitverantwortlich für die Zustände. Dieser wurde abberufen. Eine Pressemitteilung vom 30. April 2026 beschrieb seinen Abgang als freiwillig und dankte ihm für erfolgreiche Zusammenarbeit.
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