Echtzeit-KI in der Akte, Kanada meldet messbaren Sicherheitsgewinn

Eine kanadische Klinik setzt auf KI, die Warnsignale in Echtzeit erkennt. Das verändert Abläufe auf Station und könnte auch hierzulande neue Standards setzen…

6. Januar 2026
  • Data und KI

Eine KI-Software hat an einer kanadischen Klinik die Zahl nicht palliativer Todesfälle auf einer allgemein-internistischen Station gesenkt. Das System CHARTwatch prüft Patientenakten fortlaufend und löst bei Warnhinweisen Alarm aus. In der Auswertung mit mehr als 13.000 Patientinnen und Patienten sank der Anteil der Todesfälle von 2,1 auf 1,6 Prozent.

Prof. Dr. Sebastian Spethmann vom Deutschen Herzzentrum der Charité erklärte, dass ein Regressionsmodell mit vielen Variablen eine klinische Verschlechterung vorhersagt. In Deutschland kommen vergleichbare Systeme vor allem in der Intensivmedizin zum Einsatz, etwa zum frühen Erkennen von Komplikationen nach Operationen.

Er verwies auf ein Unternehmen aus Hamburg, das weltweit mehr als 3.000 Betten betreut, davon 300 in Deutschland, unter anderem in Berlin, der Region Hannover und in Schleswig-Holstein. Als Hürde nannte Spethmann die schnelle Verfügbarkeit von Labor, Verlauf, Bildgebung und weiteren Datenquellen. In der Diagnostik sieht er das größte Potenzial bei Bildgebung. Für 2025 hält er auch Sprachmodelle für relevant, um administrative Aufgaben zu reduzieren, zum Beispiel ARGO am UKE bei der Arztbrieferstellung.

Quelle:
aerzteblatt.de

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