EHDS erhöht den Druck: Deutschland muss Gesundheitsdaten liefern
Der Europäische Gesundheitsdatenraum setzt Deutschland bei der Datennutzung unter Zugzwang. Das BMG fordert schnelleren Datenzugang, mehr Interoperabilität und bessere Bedingungen für KI, Forschung und klinische Daten…
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Deutschland muss für den Europäischen Gesundheitsdatenraum mehr Gesundheitsdaten verfügbar machen. Das Bundesgesundheitsministerium drängt auf schnelleren Datenzugang, mehr Interoperabilität und bessere Bedingungen für den Transfer von KI in Versorgung und Forschung. Nach EHDS-Logik muss jede Stelle, die Gesundheitsdaten elektronisch vorhält, diese als Dateninhaber bereitstellen.
Die Bundesregierung sieht ein Jahr nach Inkrafttreten der EHDS-Verordnung Fortschritte. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bewertet den Start des Forschungsdatenzentrums Gesundheit als gelungen. Nach Angaben von Karl Broich arbeiten dort bereits mehr als 100 registrierte Nutzer mit den Daten. Das FDZ verfügt zudem über Verordnungsdaten von 75 Millionen gesetzlich Krankenversicherten.
Noch in diesem Jahr sollen Daten aus der elektronischen Patientenakte hinzukommen. Broich kündigte an, dass im Herbst zunächst die Medikationsliste startet. Damit soll die Datentiefe wachsen. Die Breite ist aus seiner Sicht schon vorhanden, weil pseudonymisierte Abrechnungsdaten aller gesetzlich Versicherten regelmäßig an das FDZ fließen.
Theresa Ahrens vom Fraunhofer IESE betonte, dass rechtlich teils mehr möglich sei, als bisher genutzt werde. Gleichzeitig stockt aus ihrer Sicht der Transfer von KI in den Markt. Sie verwies auch auf Risiken für Frauen, wenn KI-Produkte Verzerrungen enthalten und Zulassungen solche Effekte nicht ausreichend prüfen.
Weitere Schwerpunkte sind Medizinregister, klinische Daten aus Universitätskliniken und Genomdaten. Nick Schneider (BMG) sieht zugleich Hemmnisse durch zersplitterte Datenschutzaufsicht und komplexe Vorgaben aus mehreren Regelwerken. Reallabore und einheitlichere Verfahren sollen die Datennutzung beschleunigen.
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