EHDS zwingt Kliniken schon jetzt zu Managemententscheidungen

Der EHDS zwingt Kliniken früh zu strategischen Entscheidungen. Wer bis zu den technischen Spezifikationen 2027 wartet, riskiert knappe Umsetzungsfristen, gebundene Ressourcen und ab 2029 rechtliche Folgen…

16. April 2026
  • Data und KI
  • Politik

Der European Health Data Space ist für Kliniken keine spätere IT-Aufgabe, sondern eine Managemententscheidung mit klaren Fristen und rechtlichen Folgen. Die Autorin Miriam Mirza warnt bei kma-Online davor, den EHDS als weiteres Digitalprojekt aufzuschieben. Wer zu spät startet, verliert Zeit, Ressourcen und Gestaltungsspielraum.

Ab März 2029 müssen Patientenkurzakten, elektronische Rezepte und Verschreibungen in EHR-Systemen erfasst und austauschbar sein. Ab März 2031 folgen medizinische Bilder, Laborbefunde und Krankenhausentlassungsberichte. Die technischen Spezifikationen sollen erst bis März 2027 vorliegen. Kliniken bleiben damit nur rund zwei Jahre für die Umsetzung.

Mirza beschreibt, warum viele Häuser trotzdem zögern. Sie sieht keine Gleichgültigkeit, sondern Erschöpfung in einem System im Dauerkrisenmodus. Genau darin liegt aus ihrer Sicht das Risiko. Der EHDS rutscht auf der Prioritätenliste nach unten, obwohl der aktuelle Referentenentwurf zum Gesundheitsdatennutzungsgesetz den europäischen Rahmen bereits in konkrete Strukturen, Governance-Regeln und operative Verfahren übersetzt.

Mirza betont deshalb die Relevanz für die Geschäftsführung. Ab März 2029 haben EU-Bürger ein sanktionsbewährtes Recht auf Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten in interoperablen Formaten. Kliniken, die das nicht leisten, riskieren regulatorischen Druck, rechtliche Konsequenzen und Schadensersatzforderungen. Zugleich kann frühe Vorbereitung Abläufe verbessern, Investitionen absichern und die Teilnahme an Forschungsprojekten erleichtern.

Quelle:
kma-online.de

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