ePA erreicht hohe Bekanntheit, bleibt aber im Versorgungsalltag untergenutzt
Die ePA ist nahezu allen gesetzlich Versicherten bekannt. Aktiv genutzt wird sie jedoch selten. Studie sieht Informationsdefizite und komplexe Prozesse als zentrale Hürden…
- Data und KI
Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte kennen 94 Prozent der gesetzlich Versicherten das digitale Angebot. Gleichwohl verwalten 71 Prozent ihre Akte nicht aktiv. Das geht aus einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes hervor. Befragt wurden 1.037 gesetzlich Versicherte ab 16 Jahren.
Als Hauptgrund für die ausbleibende Nutzung nennen 75 Prozent, dass sie sich bislang nicht näher mit der ePA befasst haben. 33 Prozent erkennen für sich keinen konkreten Mehrwert. 13 Prozent äußern Datenschutzbedenken. In einem ergänzenden Verbraucheraufruf bewerten Teilnehmende den Einrichtungsprozess als komplex, unübersichtlich und technisch anspruchsvoll. Zudem berichten sie über fehlende Unterstützung und unzureichende Informationen durch Krankenkassen.
Hinsichtlich künftiger Funktionen formulieren die Befragten klare Erwartungen. 68 Prozent wünschen differenzierte Steuerungsmöglichkeiten für Zugriffsrechte. 66 Prozent befürworten digitale Untersuchungshefte. 64 Prozent sprechen sich für automatisierte Hinweise zu Arzneimittelwechselwirkungen aus.
Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, sieht in der ePA grundsätzlich Potenzial für die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten. Zugleich bleibe die Umsetzung hinter den Erwartungen zurück. Sie fordert eine konsequente Weiterentwicklung mit klarer Ausrichtung an den Bedürfnissen der Versicherten.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken kündigte im Rahmen der Digitalisierungsstrategie einen Funktionsausbau an. Bis Ende 2030 soll die Zahl der Nutzenden von derzeit vier auf 20 Millionen steigen.
Kritik kommt auch aus der hausärztlichen Versorgung. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, bezeichnet den Registrierungsprozess als übermäßig komplex. In der aktuellen Ausgestaltung sei die ePA nur eingeschränkt praxistauglich.
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