ePA im Krankenhaus: Pilotierung nimmt zu, technische Defizite bremsen Rollout
Die Krankenhäuser bringen die ePA schneller in die Versorgung, kämpfen aber weiter mit verspäteten KIS-Updates, fehlenden Funktionen und zu engen Fristen. Viele Häuser erwarten den Vollbetrieb erst ab dem dritten Quartal 2026…
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Die Krankenhäuser treiben die Einführung der elektronischen Patientenakte trotz großer Hürden deutlich voran. Die DKI-Blitzumfrage zeigt aber auch: Der Wille der Häuser trifft auf technische Defizite, verspätete Software-Updates und einen Zeitplan, der die Klinikrealität zu wenig berücksichtigt.
40 % der 489 befragten Krankenhäuser haben die ePA bereits in Versorgungsprozessen pilotiert. Im Spätsommer 2025 lag dieser Wert noch bei 7 %. 90 % der Häuser haben die technische Inbetriebnahme begonnen. Gleichzeitig hatten 18 % der Krankenhäuser auch mehr als fünf Monate nach der bundesweiten Nutzungsverpflichtung noch kein Update ihres Krankenhausinformationssystems. Dadurch drohen einzelnen Häusern ab dem 1. April Kürzungen bei der TI-Pauschale.
Im Alltag bremsen vor allem fehlende Funktionen die Nutzung. Laut Umfrage fehlen oft Upload-Automatismen, sodass Beschäftigte Dokumente händisch hochladen müssen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt deshalb vor zusätzlichem Aufwand und sinkender Akzeptanz. Auch rechtliche Anforderungen erschweren die Einführung, etwa beim Umgang mit Widersprüchen gegen die ePA oder beim Schutz besonders sensibler Daten.
43 % der Krankenhäuser rechnen derzeit erst ab dem dritten Quartal 2026 mit einer krankenhausweiten Nutzung. Die Umfrage macht damit deutlich, dass die ePA für Kliniken ein umfassendes Transformationsprojekt bleibt, das mehr Zeit für technische und organisatorische Anpassungen braucht.
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