ePA wird Kern des neuen Primärversorgungssystems

Das Bundesgesundheitsministerium will die elektronische Patientenakte zum zentralen Steuerungsinstrument der Primärversorgung ausbauen. Ersteinschätzung, Terminvermittlung und Überweisungen sollen digital gebündelt werden. Die KBV äußert Zweifel an der Praxistauglichkeit…

23. Februar 2026
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Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) richtet seine Digitalstrategie neu aus. Die elektronische Patientenakte soll künftig eine zentrale Rolle im geplanten Primärversorgungssystem übernehmen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken stellte die Pläne in Berlin vor.

Nach dem Konzept bildet die ePA neben Hausarztpraxis und dem Terminservice 116 117 eine der drei tragenden Säulen. Ersteinschätzung, Terminvermittlung und elektronische Überweisungen sollen über die Akte gesteuert werden. Leistungserbringende greifen dabei auf hinterlegte Informationen zu. Die ePA soll Transparenz schaffen und den Behandlungsweg nachvollziehbar machen.

Wie die zusätzlichen Funktionen technisch umgesetzt und organisiert werden, ist offen. Das Ministerium will die Details mit den Beteiligten klären. Erste gesetzliche Schritte kündigte Warken für das erste Quartal an. Aussagen zu den entstehenden Kosten liegen nicht vor.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bewertet die Pläne zurückhaltend. Sie verweist auf fehlende Stabilität und zusätzlichen Aufwand in den Praxen, solange die ePA nicht reibungslos funktioniert.

Weitere Schwerpunkte der Strategie sind der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz in Gesundheit und Pflege sowie eine stabilere Telematikinfrastruktur. Bis 2028 sollen mehr als 70 Prozent der Einrichtungen KI-gestützte Dokumentation nutzen. Zudem plant das Ministerium, die gematik mit erweiterten Befugnissen auszustatten, um Standards konsequenter durchzusetzen.

Quelle:
aerzteblatt.de

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