Über 120 neue Verdachtsfälle: Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen gegen verurteilten Mordpfleger aus
Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen bereits wegen zehnfachen Mordes verurteilten Krankenpfleger in mehr als 120 weiteren Verdachtsfällen. Eine neue Anklage ist frühestens 2027 zu erwarten…
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Der Fall des wegen zehnfachen Mordes verurteilten Krankenpflegers aus Würselen weitet sich erheblich aus. Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen in mehr als 120 weiteren Verdachtsfällen und hat bislang 39 Leichen exhumieren lassen. Auch die Kölner Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet und ließ sieben Exhumierungen vornehmen.
Das Aachener Landgericht hatte den Ex-Pfleger im November 2025 wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt. Zusätzlich stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest, womit eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren in der Regel ausgeschlossen ist.
Laut Urteil hatte der Mann in Nachtschichten an einer Klinik in Würselen schwer kranken Patienten eigenmächtig überhöhte Dosen Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht, teils in Kombination und mehrfach. Als Motiv stellte das Gericht ein persönliches Störgefühl und eine eigene Vorstellung von Ordnung fest. Der Pfleger wies die Vorwürfe im Prozess zurück.
Die abgeurteilten Taten datieren auf den Zeitraum Dezember 2023 bis Mai 2024. Die laufenden Ermittlungen betreffen mögliche Tötungsdelikte davor, aktuell zurückreichend bis September 2022. Der Mann war bereits seit 2020 in der Würselener Klinik tätig. Davor arbeitete er in einer Kölner Klinik, weshalb auch die dortige Staatsanwaltschaft ermittelt. Eine neue Anklage durch die Aachener Behörde ist laut Sprecherin voraussichtlich erst im Laufe des nächsten Jahres zu erwarten.
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