Erschöpfung, Motivationsknick, fehlende Lehre: Hartmannbund fordert Strukturreform im PJ
Der Hartmannbund-Studierendenausschuss begrüßt mehr Fehltage und eine offenere PJ-Aufwandsentschädigung, kritisieren aber fehlende Lehrstrukturen und Standards, hohe Belastung und Motivationsverluste und fordern echte Strukturreformen im PJ…
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Der Ausschuss Medizinstudierende des Hartmannbunds begrüßt die Änderungen im aktuellen Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Approbationsordnung für das Praktische Jahr. Dazu zählen bis zu zehn zusätzliche krankheitsbedingte Fehltage sowie die Aufhebung der Deckelung der PJ-Aufwandsentschädigung. Aus Sicht der Studierenden sind das wichtige erste Schritte, die jedoch zentrale Probleme im PJ nicht lösen.
Eine aktuelle Umfrage unter PJ-Studierenden zeigt nach Angaben des Ausschusses, dass die Belastungen über Vergütung und Fehlzeiten hinausgehen. 61 Prozent der Befragten berichten, im Klinikalltag regelmäßig Tätigkeiten ohne erkennbaren Lernwert zu übernehmen, etwa Botengänge oder Routinetätigkeiten. Zugleich fehlten vielerorts verlässliche Lehrstrukturen, klar definierte Lernziele und eine kontinuierliche Betreuung.
Der Vorsitzende der Studierenden im Hartmannbund, Kay Dafler, fordert deshalb eine Reform, die das PJ strikt am Ausbildungsauftrag ausrichtet und verbindliche Standards festlegt. Andernfalls könne sich ein drohender Versorgungsmangel weiter verschärfen. Kimberley Gärtner warnt zudem vor Folgen für die Nachwuchsgewinnung. 70 Prozent der Befragten nennen ausgeprägte Erschöpfung, fast 38 Prozent sehen ihre Motivation für den Arztberuf durch das PJ negativ beeinflusst.
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