Erstmals eigenständige ESC-Leitlinien zur Herzrehabilitation

Die ESC hat erstmals eigenständige Leitlinien zur kardiologischen Rehabilitation veröffentlicht, die einen früheren Beginn, mehr Indikationen und digitale Versorgungsmodelle vorsehen…

14. Oktober 2026
  • QM

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat auf ihrem Kongress 2026 in München erstmals eigenständige Leitlinien zur kardiovaskulären Rehabilitation vorgestellt. Sie sollen die Teilnahmequoten erhöhen, die laut Deutschem Herzbericht in Deutschland bei akutem Koronarsyndrom bei rund 31 % und bei Herzinsuffizienz bei nur 6 % liegen.

Kernpunkt ist ein früherer Rehabilitationsbeginn. Nach einem akuten Koronarsyndrom soll die Rehabilitation innerhalb von 14 Tagen starten, spätestens nach 30 Tagen. Nach einer Bypassoperation gilt eine Frist von 28 Tagen. Verzögerungen über 42 Tage hinaus sollen vermieden werden.

Das Indikationsspektrum wurde deutlich erweitert. Neu sind Empfehlungen für Vorhofflimmern, pulmonal-arterielle Hypertonie und onkokardiologische Patienten. Auch nach Herzklappenersatz oder Defibrillator-Implantation wird Rehabilitation empfohlen.

Die Leitlinien beschreiben ein multimodales Konzept aus Ausdauer- und Krafttraining, medikamentöser Therapieoptimierung, psychologischer Betreuung, Ernährungsberatung und Patientenschulung. Krafttraining erhält besonders bei älteren Patienten und bei Herzinsuffizienz einen höheren Stellenwert. Sexualität und berufliche Wiedereingliederung werden in eigenen Kapiteln behandelt.

Zur Verbesserung des Zugangs erkennt die ESC Telerehabilitation als Alternative an. Digitale und hybride Modelle sollen Patienten erreichen, die an Präsenzprogrammen nicht teilnehmen können. Die Leitlinien wurden federführend von Prof. Maria Bäck (Göteborg) und Prof. Matthias Wilhelm (Bern) entwickelt und im European Heart Journal veröffentlicht.

Quelle:
deutsch.medscape.com

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