Europäische Krankenhausversorgung im Wandel: HOPE setzt auf Vernetzung, Resilienz und Digitalisierung

Prof. Henriette Neumeyer fordert mehr europäische Zusammenarbeit im Krankenhauswesen. HOPE will Versorgungssicherheit, Resilienz und digitale Innovation vorantreiben. Kliniken sollen sich zu regional vernetzten Systemen entwickeln, gestützt durch Telemedizin und KI. Einheitliche Regeln, weniger Bürokratie und gemeinsame Strategien für Fachkräfte sind zentrale Ziele. Best-Practice-Beispiele aus Spanien und Portugal zeigen, wie integrierte Versorgung und digitale Modelle funktionieren können.

1. August 2025
  • IT
  • Politik
  • Ökonomie


Die Vizepräsidentin der Europäischen Krankenhausgesellschaft HOPE, Prof. Henriette Neumeyer, sieht Krankenhäuser als entscheidenden Innovations- und Wirtschaftsfaktor. Künftig sollen Kliniken nicht mehr nur stationäre Versorgungseinrichtungen sein, sondern regionale Netzwerke, die digital, mit Telemedizin und KI, Patient:innen betreuen.

Zentrale Handlungsfelder sind Versorgungssicherheit und Resilienz. Europa müsse Abhängigkeiten bei Arzneimitteln und Medizinprodukten verringern und einheitliche Regeln für Fachkräfte schaffen. Die Medical Device Regulation habe gezeigt, wie überbordende Bürokratie Märkte belastet. Neumeyer fordert praktikable, umsetzbare EU-Vorgaben.

Resilienz rückt stärker in den Fokus, auch vor dem Hintergrund sicherheitspolitischer Risiken und Naturkatastrophen. Krankenhäuser benötigen Stromausfallkonzepte, sichere Kommunikationswege und Cyberschutz. Investitionen in Infrastruktur stärken Klima- und Katastrophenschutz sowie die Verteidigungsfähigkeit.

Digitalisierung gilt als Schlüssel. Deutschland liegt im Digital Health Index auf Platz 16 von 17, Vorreiter wie Spanien sind deutlich weiter. Der Europäische Gesundheitsdatenraum soll länderübergreifende Datenverfügbarkeit schaffen und personalisierte Therapien fördern.

Auch der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung, HOPE setzt auf einheitliche Anerkennungsverfahren und Integration ausländischer Fachkräfte. Gute Arbeitsbedingungen und erweiterte Pflegekompetenzen sind entscheidend für Attraktivität.

Best-Practice-Modelle aus Spanien und Portugal zeigen, wie regionale Budgets und integrierte Versorgung Innovation fördern. Europa steht vor der Aufgabe, gemeinsame Lösungen zu entwickeln, um Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungsqualität und Resilienz zu sichern.

Quelle:

daskrankenhaus.de


Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.