Fallzahlen bei Vertragsärzten steigen um 65 Prozent – WIdO fordert rasche Preiskorrektur bei Hybrid-DRGs

Die Einführung der Hybrid-DRGs hat 2025 zu 17 Prozent mehr Behandlungsfällen und inflationsbereinigten Mehrausgaben von 360 Millionen Euro für die GKV geführt…

14. September 2026
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Die sektorenunabhängigen Fallpauschalen (Hybrid-DRGs) haben 2025 erhebliche Mehrkosten für die gesetzliche Krankenversicherung verursacht. Laut einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) stiegen die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent, die inflationsbereinigten Ausgaben um 14 Prozent. Das entspricht Mehrausgaben von rund 360 Millionen Euro.

Ursache sind Preis- und Mengeneffekte. Die Mischkalkulation aus ehemals stationärer und ambulanter Vergütung erhöht die Vergütung je Fall im vertragsärztlichen Bereich deutlich. Dort stiegen die Fallzahlen für die betroffenen Leistungen von rund 219.000 auf 363.000 Fälle, ein Plus von 65 Prozent. In Krankenhäusern wuchsen die Fallzahlen im gleichen Zeitraum um sechs Prozent, von rund 932.000 auf 986.000 Fälle.

WIdO-Geschäftsführer David Scheller-Kreinsen sieht darin ein strukturelles Dilemma, denn die Vergütungsanreize, die die Ambulantisierung fördern sollen, lösen vor allem im vertragsärztlichen Bereich einen starken Mengenzuwachs aus. Er fordert rasche Preisanpassungen, damit günstigere ambulante Versorgung sich auch in niedrigeren Preisen niederschlägt.

Für 2026 zeichnet sich eine Fortsetzung des Trends ab. Ein Vergleich des ersten Quartals 2026 mit dem Vorjahresquartal zeigt einen Mengenanstieg von fünf Prozent und eine inflationsbereinigte Ausgabensteigerung von sieben Prozent (plus 160 Millionen Euro). Hochgerechnet auf das Gesamtjahr erwartet das WIdO Mehrausgaben von rund 640 Millionen Euro.

Eine begleitende Qualitätsanalyse zeigt, dass nur ein kleiner Teil der Patienten nach vertragsärztlicher Behandlung innerhalb von 30 Tagen stationär aufgenommen wird. Hinweise auf gehäufte Komplikationen finden sich selten. Der Hybrid-DRG-Katalog umfasst mittlerweile 69 Pauschalen, darunter komplexere Leistungsbereiche. Das WIdO schätzt das gesamte Ambulantisierungspotenzial auf 60 Prozent der vollstationär versorgten GKV-Fälle. Die aktuellen Hybrid-DRGs decken davon bislang nur einen kleinen Teil ab.

Quelle:
aok.de

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