Fehlbehandlungen im Krankenhaus: Fälle in Linz rücken Patientensicherheit in den Fokus
Zwei Vorfälle am Kepler Universitätsklinikum Linz haben eine Debatte über Fehldiagnosen ausgelöst. Fachleute sehen keine auffällige Häufung, kritisieren aber Kommunikationsdefizite und fehlende österreichweite Daten zu Behandlungsfehlern…
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Am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz haben zwei Ereignisse eine Debatte über Fehldiagnosen ausgelöst. Im ersten Fall erhielt eine 30-jährige Patientin nach einer Fehlgeburt die Diagnose eines hochaggressiven Tumors. Nachdem zwei Labors den Befund bestätigt hatten, entfernten Ärztinnen und Ärzte Gebärmutter, Eierstock und Eileiter. Monate später stellte sich jedoch heraus, dass zu keinem Zeitpunkt eine Krebserkrankung vorlag. Die Klinik nannte eine minimale Kontaminierung der Gewebeprobe als Ursache für diesen Fehler. Die Polizei ermittelt nun wegen grob fahrlässiger Körperverletzung.
Ein zweiter Vorfall betraf eine 54-jährige Frau mit einem Knoten in der Brust. Bei einer Befundbesprechung wurde kurzzeitig das Bild einer nahezu namensgleichen Patientin verwendet. Dieser Fehler wurde laut Klinik nach wenigen Minuten erkannt. Eine falsche Diagnose sei daher nicht gestellt worden.
Der Patientenvertreter Oberösterreichs sieht derzeit keine auffällige Häufung von Beschwerden gegen das KUK. Das Haus zählt mit jährlich rund 720.000 Patientenkontakten zu den größten Krankenhäusern des Bundeslandes.
Patientenanwältinnen und Patientenanwälte weisen jedoch auf ein anderes Problem hin. Viele Beschwerden betreffen die Kommunikation, da unklare Informationen oder fehlende Gespräche oft Misstrauen verstärken. Belastbare Zahlen zu Fehlbehandlungen in Österreich existieren derzeit nicht.
Internationale Studien liefern lediglich Anhaltspunkte für die Häufigkeit solcher Fehler. Eine Untersuchung aus den USA kam 2015 auf eine Quote von zehn bis 15 Prozent fehlerhafter Diagnosen. Krankenhäuser arbeiten zwar mit standardisierten Abläufen wie Checklisten, können Fehler jedoch nicht vollständig verhindern.
Fachleute betonen daher die Bedeutung einer offenen Fehlerkultur. Meldesysteme für kritische Ereignisse sollen helfen, aus Vorfällen zu lernen und die Patientensicherheit nachhaltig zu verbessern.
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