Fehlende Klimatisierung in Kliniken: Wenn Hitzeschutz zur Frage der Patientenversorgung wird
Chronische Unterfinanzierung verhindert Klimatisierung in deutschen Krankenhäusern. Die jährliche Investitionslücke beträgt rund drei Milliarden Euro. Studien deuten an, dass die Raumtemperatur die Genesung beeinflusst…
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Klimaanlagen und moderne Kühltechnik sind in deutschen Krankenhäusern die Ausnahme. Ursache ist laut einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) vor allem die ausbleibende Investitionskostenfinanzierung der Länder. Die jährliche Lücke zwischen Investitionsbedarf und tatsächlich bereitgestellten Mitteln beläuft sich auf rund drei Milliarden Euro.
Zwar erschwert teils die Bausubstanz eine Nachrüstung, da viele Kliniken aus dem 19. Jahrhundert oder der Nachkriegszeit stammen. Im Regelfall aber fehlt schlicht das Geld. Krankenhäuser priorisieren deshalb Investitionen in die direkte Patientenversorgung.
Studien deuten darauf hin, dass die Raumtemperatur die Genesung beeinflusst. Hitzeschutz ist damit mehr als eine Komfortfrage. Betroffen sind nicht nur geschwächte Patientinnen und Patienten, die auf extreme Temperaturen stärker reagieren als gesunde Menschen. Auch das Klinikpersonal muss unter diesen Bedingungen arbeiten, ohne Arbeitszeiten in kühlere Stunden verlagern zu können. Verschattung und Ventilatoren bieten nur begrenzten Ausgleich.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat ein Klima-Investitionsprogramm in Höhe von 31 Milliarden Euro vorgeschlagen, das auf einer wissenschaftlichen Studie zum Finanzierungsbedarf basiert. Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, bezeichnet solche Ideen angesichts aktueller Kürzungsvorhaben als völlig illusorisch. Sie warnt, dass immer mehr Kliniken tiefer in die roten Zahlen rutschen und die Patientenversorgung an Hitzetagen zunehmend schwerer zu gewährleisten sein wird.
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