Fehlende Software und schwacher Support bremsen ePA-Einführung in Krankenhäusern
Eine DKI-Umfrage zeigt, dass viele Krankenhäuser die elektronische Patientenakte später als gesetzlich vorgegeben einsetzen. Kliniken nennen fehlende Software, schwachen Support, hohe Kosten und Datenschutzprobleme…
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Die elektronische Patientenakte kommt in den Krankenhäusern deutlich langsamer voran als gesetzlich vorgesehen. Eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts unter 489 Krankenhäusern zeigt, dass nur ein Teil der Häuser die ePA zeitnah krankenhausweit nutzen kann. Dabei gilt die Nutzung bereits seit Oktober des vergangenen Jahres als verpflichtend.
26 Prozent der befragten Krankenhäuser rechnen damit, die ePA im 1. Quartal krankenhausweit einzusetzen. 31 Prozent erwarten das bis Jahresmitte. 24 Prozent nennen Ende September. 19 Prozent gehen erst vom Jahresende aus.
Die Kliniken nennen mehrere konkrete Hürden. Viele Häuser warten noch auf Software der Hersteller. Sie kritisieren auch den Support der Anbieter. Hinzu kommen eine zeit- und kostenintensive Umsetzung sowie Probleme beim Datenschutz.
Die stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer macht Politik und Softwareunternehmen für die Verzögerungen verantwortlich. Sie sagt, der politische Zeitplan sei sehr ehrgeizig gewesen und habe die praktischen Schwierigkeiten unterschätzt. Standards seien zu spät und nicht praxistauglich festgelegt worden. Nach ihrer Darstellung können manche Kliniken vorhandene ePA-Daten deshalb weder in Notfällen noch bei planbaren Eingriffen nutzen. Zugleich fordert sie eine schnelle Weiterentwicklung der ePA, damit Systeme Daten automatisiert verarbeiten und für die Versorgung sowie für KI-Anwendungen nutzen können.
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