Fehlende Versicherungsnummer, falsches Häkchen: Warum die digitale Arztpraxis im Alltag scheitert
89 Prozent der Deutschen befürworten die Digitalisierung des Gesundheitswesens, doch fehlende Prüfmechanismen und unverknüpfte Systeme machen Fehler bei E-Rezepten zur Alltagserfahrung…
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Die Werkzeuge der digitalen Gesundheitsversorgung existieren, ihre Alltagstauglichkeit fehlt. Ursula Vranken schildert, wie eine fehlende Versicherungsnummer, ein falsches Häkchen und ein verändertes Leistungsspektrum drei Rezepte und eine Stunde Fahrweg nötig machten, weil automatische Prüfmechanismen und verknüpfte Systeme fehlen.
Nach dem Krankenhausaufenthalt eines Angehörigen sollte Vranken ein Rezept abholen. Die Versicherungsnummer fehlte auf dem Formular. Das Praxispersonal wusste zunächst nicht, wie die Nummer im System zu ergänzen ist. Nach einer Viertelstunde und mehreren Rückfragen war das Problem behoben, das Rezept musste aber persönlich abgeholt werden, ergo eine Stunde Fahrzeit für ein Blatt Papier.
Zu Hause entdeckte Vranken ein falsches Häkchen, das das Rezept unbrauchbar machte. Beim dritten Ausstellungsversuch fiel ihr außerdem ein verändertes Leistungsspektrum auf, das zuvor nicht besprochen worden war. Die Praxis bestätigte auf Nachfrage, dass die ersten beiden Versionen fehlerhaft gewesen seien.
Aufgefallen war das nicht dem medizinischen Personal, sondern einer Angehörigen. Vranken kritisiert, dass Fehler nur dann auffallen, wenn Betroffene hartnäckig nachfragen. Wer dazu nicht in der Lage ist, etwa ältere Patienten oder Menschen ohne Zeit für mehrfache Anrufe, bleibt auf der Strecke.
Automatische Vollständigkeitsprüfungen und verknüpfte Systeme zwischen Klinik, Praxis und Krankenkasse wären technisch möglich. Verpflichtende, verlässlich funktionierende Schnittstellen könnten solche Fehler verhindern, statt die Fehlerkontrolle Angehörigen zu überlassen.
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